eine Darstellung von Dietmar Spitzenberg

Die Beschäftigung mit limnischen Bioindikatoren führte ab ca. 1985 dazu, dass neben den Mooren der Altmark auch die Moorgebiete des Harzes - und hier wiederum speziell des Brockengebietes - in das Blickfeld unserer Tätigkeit rückten.

Soligenes Hangmoor im Quellgebiet der Ilse; Aufn. D. Spitzenberg 1985

  • Soligene Hangmoore im Bereich des Quellgebietes der Ilse sind kennzeichnend für die Moore im Brockengebiet
  • Anlass hierfür waren nicht zuletzt die Kenntnislücken in entomofaunistischen Hinsicht, die auf Grund der Lage des Gebietes im Bereich der innerdeutschen Grenze zu verzeichnen waren. So lagen beispielsweise die letzten zielgerichteten Untersuchungen zur Arthropodenfauna (durch das Institut für Landschaftsforschung und Naturschutz Halle / Saale, ILN, Arbeitsgruppe Dresden, bereits ca. 15 Jahre zurück.

    Bedingt durch seine geographische Lage (nördlichstes Mittelgebirge Deutschlands mit über 1000 m ü. NN) und die dort herrschenden klimatischen Bedingungen stellt sich das Brockengebiet als ein sehr spezifischer Lebensraum dar, der u. a. durch das Vorkommen subalpiner / boreomontaner Arten mit teilweiser Rassenbildung gekennzeichnet ist.

     

    Mit einer überwiegend aus westlichen Richtungen vorherrschenden Windrichtung werden atlantisch-feuchte Luftmassen herangeführt, die sich am Brocken und den vorgelagerten Bereichen abregnen (Jahresniederschlagsmenge auf dem Brocken um 1600 mm), während die östlichen Lagen im Regenschatten verbleiben (nordöstlichen Harzvorland mit nur ca. 450 mm). Weiterhin kennzeichnen eine hohe Anzahl von Nebel- und Rauhreiftagen das Brockengebiet. Nachstehend eine Auswahl aktueller metereologischer Daten (Quelle: Zeitschrift “Der Harz”).

     

    Wetterdaten des Jahres 2001 auf dem Brocken (Auswahl)

     

    Februar

    März

    April

    Mai

    Juni

    Juli

    August

    Septem.

    Oktober

    °Celsius

    -2,8

    -2,2

    0,6

    8,0

    7,6

    12,2

    12,5

    5,8

    8,4

    °Cels. normal

    -4,2

    -2,4

    0,9

    5,7

    8,8

    10,3

    10,5

    7,7

    4,7

    Niederschlag

    139,7

    154,6

    109,6

    60,2

    172,5

    166,5

    128,5

    493,5

    106,9

    Nebeltage

    24

    31

    26

    20

    26

    22

    23

    30

    27

    Sturmtage

    17

    16

    11

    10

    6

    9

    10

    16

    13

    max. km/h

    126

    126

    130

    112

    119

    119

    116

    130

    132

    Und hier sind die aktuellen Wetterdaten vom Brocken:

     

    R. Geiter an den Zeterklippen; Aufn. D. Spitzenberg, 1987

  • An den Zeterklippen war unsere Unterkunft - hier R. Geiter bei der Morgenwäsche
  • Ausgangspunkt für unsere Unternehmungen war eine Holzhütte bei den Zeterklippen östlich des Brockenmassivs. Von dort wurden die Moorgebiete im Quellbereich der Ilse, auf der Heinrichshöhe und im Brockenbett systematisch über etwa 5 Jahre untersucht und wertvolle Erkenntnisse gesammelt. Der damals erforderliche Passierschein (die Gebiete lagen im Sperrbereich der innerdeutschen Grenze) war ohne Komplikationen erhältlich. Lediglich das eigentliche Brockenmassiv war auf Grund der militärischen Bedeutung und der Stationierung sowjetischer Truppen für uns nicht erreichbar.

     

     

    Mit der politischen Wende 1989 und der nun gegebenen Zugänglichkeit des Brockengebietes ergab sich allerdings eine neue Hürde: Die Ausweisung als Nationalpark in den letzten Tagen der DDR und der von nun an zu verzeichnende enorme Besucherandrang ließen eine Geländearbeit abseits der Wege (z. B. an der Heinrichshöhe) und der damit einhergehenden “Vorbildwirkung” auf Besucher nicht mehr ratsam erscheinen.

     

    Bedingt durch die militärischen Baumaßnahmen auf der Brockenkuppe waren ein Teil der dort anzutreffenden subalpinen Pflanzen auf das Äußerste gefährdet. Mit Unterstützung des damaligen Rat des Bezirkes Magdeburg erfolgte deshalb die Anlage mehrerer botanischer Schutzbereiche bei den Zeterklippen und die Umsiedlung von Exemplaren der Arten Brocken-Kuhschelle (Pulsatilla alpina ssp. alba), Brocken-Habichtskraut (Hieracium nigrecens ssp bructerum), Zweifarbige Weide (Salix bicolor) und Moorbirke (Betula nana). Als Stützpunkt und zur Überwachung wurde deshalb eine finnhüttenartige Unterkunft an den Zeterklippen (930 m ü. NN) errichtet. Diese Hütte diente während unserer Wochenendexkursionen als Übernachtungsmöglichkeit.

     

       Zielsetzung der Untersuchungen

    Eine klassische Insektenordnung, der immer noch ein hoher Stellenwert bei der Beurteilung limnischer Lebensräume zugedacht wird, sind die Libellen (Odonata). Der Nachweis sogenannter “Moorarten” sollte Hinweise auf die Beschaffenheit und Intaktheit der Brockenmoore geben. Bekannt war, dass letztmals im Jahre 1912 die Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris) als ein echtes Eiszeitrelikt im Bereich des Brocken nachgewiesen wurde (SCHIEMENZ 1954). Für uns war es somit äußerst interessant, ob diese Art dort noch bodenständig war, zumal sie 1914 für Ilsenburg und 1978/79 für den niedersächsischen Teil des Hochharzes (DORLOFF & KÖRNER 1981) angegeben wurde. Wir wurden nicht enttäuscht und konnten nicht nur diese Art, sondern auch die Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica)  feststellen.

    Somatochlora alpestris; Aufn. D. Spitzenberg, 1987

  • Somatochlora alpestris - eine lange Zeit als verschollen geglaubte Art, die jedoch in den Brockenmooren allgegenwärtig ist.
  • Literatur:

  • MÜLLER, J. (1987): Nachweis der boreo-alpinen Somatochlara alpestris (Ins., Odonata) im Brockenhochmoor das NSG Oberharz. 4. Beitrag der FG "Faunistik u. Ökologie" Staßfurt zur Insektenfauna der NSGe im Bez. Magdeburg. - Ent. Nachr. Ber. 31 (5): 230-232.
  •  

  • MÜLLER, J. (1987): Zum Vorkommen der Alpensmaragdlibelle (Somatochlora alpestris) und Arktischen Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) in den Hochmooren des NSG Oberharz. 6. Beitrag der FG "Faunistik u. Ökologie" Staßfurt zur Insektenfauna der NSGe im Bez. Magdeburg. - Mitt.-Bl. GNU Magdeburg. 5: 76-79.
  •  

  • MÜLLER, J. (1988): Ökologisch-zoogeographische Bemerkungen zum rezenten Vorkommen von Somatochlara alpestris (SELYS, 1840) (Odonata). - Libellula 7 (1/2): 53-58.
  •  

    Im Bereich des Brockengebietes nachgewiesene Libellenarten (unvollständige Aufzählung)

    Somatochlora alpestris Somatochlora arctica
       
       

     

     

    Auch die Käferfauna verdiente unsere Aufmerksamkeit. Von wenigen Zufallsfunden der Untersuchungen des ILN zu Beginn der 1960er Jahre abgesehen, erfolgte die letzte zusammenfassende Bearbeitung durch A. Petry im Jahre 1914. Sowohl die Arbeiten von Hillecke (1907), Fehse (1933) als auch Polentz (1949/50) tangieren das Gebiet des Brocken nur und vermitteln dadurch keine umfassenden Erkenntnisse.

    Im Rahmen unserer Untersuchungen wurden überwiegend die aquatisch lebenden Käfer durch D. Spitzenberg sowie die Laufkäfer durch W. Ciupa erfasst.

  • Hydroporus morio; Aufn. D. Spitzenberg, 1988Der nur 3 - 3,5 mm große Wasserkäfer Hydroporus morio ist überwiegend in Mooren des Berglandes anzutreffen.
  • Literatur:

  • Hillecke, C. (1907): Verzeichnis der Käfer des nordöstlichen Harzrandes. Quedlinburg.
  • Petry, A. (1914): Über die Käfer des Brockens. Entomologische Mitteilungen III (1), 11-17; III (2), 49-57; III (3), 65-72; III (4), 97-102.
  • Fehse, O. (1933): Käferarten von Thale. Entomolog. Berichte S. 93.
  • Polentz, G. (1949/50): Beiträge zur Kenntnis der Käfer des Harzes. Entomolog. Berichte S. 10.
  • Der Kenntnisstand war also unbedingt zu verbessern, was uns durchaus gelang. Mit dem Nachweis von 29 Arten Wasserkäfer i. e. S. dürfte das derzeitige Artenspektrum aquatisch lebender Arten der Brockenmoore im Wesentlichen erfasst sein.

    Eine Darstellung der Wasserkäferfunde  finden Sie hier.

    Literatur:
  • SPITZENBERG, D. (1992): Die aquatilen Coleopteren des Naturschutzgebietes Oberharz. - Verh. Westd. Entomol. Tag 1990: 223-226. Düsseldorf.
  • SPITZENBERG, D. (1994): Faunistisch-ökologische Untersuchungen der Wasserkäferfauna (Coleoptera, Hydradephaga et Palpicornia) ausgewählter Moore des Nationalpark Hochharz. - Abh. Ber. Mus. Heineanum 02: 115-124.
  •  

    Bei den Laufkäfern (Carabidae) sind die durch W. Ciupa erlangten Nachweise als Ergänzung der bislang bekannten Vorkommen zu sehen. In neuerer Zeit (ab 1990) erfolgte u. a. im Rahmen der Erarbeitung des Arten- und Biotopschutzprogrammes Harz eine zusammenfassende Bearbeitung der Laufkäferfauna bei der sowohl vorhandene Daten als auch neue Aufsammlungen (überwiegend durch Bodenfallen) einflossen. Aufgrund der nunmehr vorhandenen Datenlage erfolgte von P. Schnitter (Halle) kürzlich eine Zusammenfassung des Kenntnisstandes, der auf der Jahrestagung 2001 des EVSA (Entomologische Vereinigung Sachsen-Anhalt) dargestellt wurde und demnächst als Publikation erscheint.

    Freundlicherweise können an dieser Stelle einige Auszüge aus dieser Publikation präsentiert werden, wofür Herrn Dr. Peer-Hajo Schnitter unser Dank gilt:

     

       Darstellung des derzeitigen Kenntnisstandes zur Laufkäferfauna des Brockengebietes

    von Peer-Hajo Schnitter (Halle) [Auszüge]

    • Die Bodenfallen-Untersuchungen des ILN (1972)
    • Insgesamt wurden 1.061 Individuen in 34 Arten nachgewiesen. Im Vergleich zu Petry (1914) und den anderen historischen Daten konnten damit 17 Arten neu nachgewiesen bzw. 16 Arten in ihrem Vorkommen bestätigt werden. Bei den Neunachweisen ist v. a. auf Bembidion humerale, eine tyrphophile Moorart, und auf den unter Nadelholzrinden lebenden arboricolen Dromius fenestratus hinzuweisen.

      Carabus silvestris als typische, in Sachsen-Anhalt ausschließlich im Harz in den höheren Lagen weit verbreitete Art, erreicht in allen Mooren hohe Dominanzwerte, insbesondere in der Untersuchungsfläche im Ilsequellmoor mit über 71%! Auch im Brockenbettmoor tritt die Art als einzige eudominant auf. Dafür sollte einerseits die Laufaktivität, die bei allen Carabus-Arten relativ hoch ist, verantwortlich sein. Andererseits kann aber auch die Fallenanordnung als Trasse linear durch das Moor die Ergebnisse infolge verstärkter Randeffekte sehr stark beeinflussen. Das Artenspektrum vom Ilsequellmoor und Brockenbettmoor wird insbesondere von subdominant, rezedent und subrezedent vorkommenden Waldarten wie Calathus micropterus, Carabus auronitens, C. violaceus und Pterostichus oblongopunctatus geprägt. Als besonders wertvoll ist der Fund von Agonum ericeti im Brockenbettmoor einzustufen. Die Art war hier mit 21 nachgewiesenen Individuen im Jahresgang subdominant im Artenspektrum vorhanden.

      Agonum ericeti - nach Reitter

    • Agonum ericeti - nach Reitter 1908
    • Bei der Sichtung und Wertung der Artenlisten bzw. nach den vorwiegend untersuchten Biotoptypen (Moore) wurde davon ausgegangen, daß es sich bei der vom ILN als Pterostichus nigritus determinierte Art um den später abgetrennten P. rhaeticus handelte. Petry (1914) hatte schon P. nigrita var. rhaeticus aufgeführt. Für P. nigrita steht ein Nachweis noch aus, dieser erscheint aber in den Mooren des Hochharzes sehr unwahrscheinlich (s. a. Koch et Thiele 1980, Koch 1983, Müller-Motzfeld et Hartmann 1985).

    • Ergebnisse der Aufsammlungen von Ciupa u. a. (1984-1989)
    • Im Vergleich zu den bis 1984 vorliegenden historischen Daten bzw. den Untersuchungen des ILN konnten von Ciupa u. a. 9 Arten neu nachgewiesen bzw. 32 Arten in ihrem Vorkommen bestätigt werden. Bemerkenswert sind hier die Neunachweise des arboricolen Dromius agilis durch Geiter bzw. der kosmopolitisch vorkommenden und bislang vorwiegend aus Komposthaufen bekannten, von Spitzenberg belegten Perigona nigriceps (Zeternklippen, am Licht). Insbesondere die Wiedernachweise von Amara erratica und Leistus piceus belegen die scheinbare Stabilität des Lebensraumes auch während des längeren Zeitraumes der Belegung als militärischer Sicherheits- und Grenzbereich.

    • Die Bodenfallen-Untersuchungen der NP-Verwaltung ab 1992
    • Ab 1992 begann P. Sacher mit systematischen Untersuchungen in repräsentativen Biotoptypen der Brockenregion. Begonnen wurde im Brockengarten sowie in Dauerquadraten auf dem Brockenplateau. Hier beherbergt der Brocken in der obersten Höhenstufe u. a. die subalpine Zwergstrauchheide. Daneben sind anthropogen entstandene Bereiche, wie Schotterfluren, vorhanden. Nährstoffeinträge und Nutzungen verschiedenster Art führten scheinbar zu Ruderalisierungserscheinungen und zur "Vergrasung" größerer Teilbereiche der Zwergstrauchheiden. Mit den 2jährigen ununterbrochenen Untersuchungen sollte das Artenspektrum der genannten Flächen charakterisiert und damit Ansätze zu notwendigen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen aus Sicht der untersuchten Artengruppe gegeben werden können.

      Die höchsten Arten- und teilweise Individuenzahlen waren in den anthropogen entstandenen bzw. "gestörten" Bereichen zu beobachten. Die zunächst völlig vegetationsfreien Dauerquadrate wiesen 33 Arten auf, darunter einen beträchtlichen Anteil von Waldarten in z. T. hohen Dominanzen, so z. B. Cychrus caraboides,Calathus micropterus,Pterostichus aethiops und Trichotichnus laevicollis als dominante Arten. Dazu treten eurytope Offenlandarten wie die eudominante Amara communis, sowie die dominanten Bembidion lampros und Harpalus affinis. Trichocellus placidus und Epaphius secalis - im Flachland eher in Feuchtgebieten, wie am Rand von Auwaldtümpeln und in Schilfgebieten oder im Falle von E. secalis im Harz v. a. auch an feinsedimentreichen Ufern der Fließgewässer zu finden - erreichen hier hohe Dominanzen - Trichocellus placidus (23 D%) tritt dominant und Epaphius secalis (9 D%) subdominant im Material auf.

      Subdominant treten eurytope Offenlandarten (Bembidion lampros) und Waldarten (Calathus micropterus, Pterostichus aethiops und Trichotichnus laevicollis) auf. Dieses Bild ergibt sich für alle offenen, teils vegetationsfreien Flächen. Erstaunlich ist die hohe Dominanz von Trichocellus placidus in diesen Bereichen, der wiederum in den Fallengruppen der subalpinen Zwergstrauchheide - gestört oder nicht - völlig zurücktritt.

      In den letzten 3 beprobten Teilflächen der subalpinen Zwergstrauchheide sind insbesondere Leistus terminatus, Calathus micropterus,Cychrus caraboides, Epaphius secalis, Trichotichnus laevicollis, Pterostichus aethiops und Trichocellus placidus zu erwähnen, die die Dominanzstrukturen nachhaltig prägen. Dazu tritt subdominant in der ungestörten Zwergstrauchheide als typisches Heidetier Bradycellus ruficollis, den Petry (1914) für fast das gesamten Brockenplateau incl. der Randlagen meldet (Brockenscheitel, Hohneklippen, Brockenfeld, Heidemoore in der Umgebung des Brockens). Der Anteil von Waldarten ist also zumindest prozentual zur Individuenzahl wiederum recht hoch.

    • Zusammenfassung:
    • Für das Gebiet der Brockenregion sind mit Stand 22.10.1997 85 Arten von Laufkäfern nachgewiesen. In Erweiterung des historischen Wissens (u. a. Petry 1914) konnten in den darauffolgenden Jahren durch Untersuchungen des ehemaligen Institutes für Landschaftsforschung und Naturschutz Halle (Dresden), sowie durch Ciupa u. a. und anschließend die systematischen Untersuchungen seit Gründung des Nationalparkes eine Vielzahl von Neunachweisen erbracht werden. Besondere Verantwortung erwächst der Nationalparkverwaltung aus dem Vorkommen von Arten, die in Sachsen-Anhalt nur vom Hochharz bekannt sind. Dies betrifft insbesondere Agonum ericeti und Patrobus assimilis, sowie die teils boreomontanen Spezies Amara erratica, Bembidion geniculatum und Leistus piceus.

    Das bislang im Brockengebiet nachgewiesene Artenspektrum an Laufkäfern können Sie hier sehen!

     

    Erebia epiphronErebia epiphron, dessen Nominatform vom Brocken beschrieben wurde (Darstellung nach KOCH “Wir bestimmen Schmetterlinge”, Dresden, Radebeul).

    Letztlich war es auch ein Schmetterling, der wesentlich unsere Untersuchungstätigkeit beflügelte. Erebia epiphron - beschrieben als Nominatform vom Brocken. Der letzte sichere Nachweis stammt von WARNECKE aus dem Jahr 1960 (Brockengebiet / Braunlage). Danach konnte die Art nicht mehr sicher nachgewiesen werden. Sie bevorzugt die um den Brocken vorkommenden Borstgrasrasen. Leider gelang uns nicht der erneute Nachweis bei den Exkursionen. Auch von anderer Stelle sind uns keine Nachweise jüngeren Datums bekannt geworden, so dass die Art dort zumindest als verschollen, wenn nicht sogar nach den für derartige Einstufungen geltenden  Fristen als ausgestorben eingestuft werden muss.

     

    Die im Bereich des Brocken nachgewiesenen Tagfalterarten (nach K. LOTZING)
    Aglais urticae - Kleiner Fuchs Lycaena phlaeas

    Aphantopus hyperanthus

    Lycaena virgaureae - Dukatenfalter

    Araschnia levana - Landkärtchenfalter

    Maniola jurtina- Großes Ochsenauge

    Boloria aquilonaris

    Melitaea athalia

    Brenthis ino

    Ochlodes sylvanus

    Coenonympha pamphilus - Kl. Heufalter

    Papilio machaon - Schwalbenschwanz

    Cupido minimus

    Pararge aegeria

    Erebia ligea

    Pararge maera - Rispenfalter

    Erebia medusa

    Pieris brassicae - Großer Kohlweißling

    Hipparchia semele - Rostbinde

    Pieris napi - Heckenweißling

    Inachis io - Tagpfauenauge

    Pieris rapae - Kleiner Kohlweißling

    Issoria lathonia - Kleiner Perlmutterfalter

    Vanessa cardui - Diestelfalter

    Lasiommata megera - Mauerfuchs

     

     

    Literatur:

    • LOTZING, K. (1988): Bemerkungen zur Tagfalterfauna (Lep., Rhopalocera) des NSG Oberharz. - Ent. Nachr. Ber. 32 (2): 85-90.
    • LOTZING, K. (1991): Zur Tagfalterfauna (Lep., Rhopalocera) des NSG Oberharz. - Ent. Nachr. Ber. 35 (3): 171-174.
    • LOTZING, K. (1992): Zum Vorkommen des Moor-Perlmutterfalters (Boloria aquilonaris STICH.) im Nationalpark Hochharz. - Ent. Nachr. Ber. 36 (3): 210-211.
    •  

    Degenerierte Hochmoore an der Heinrichshöhe; Aufn. Spitzenberg 1985

  • Stark degenerierte Hochmoore an der Brockenbahn im Bereich Heinrichshöhe
  • Im Bereich des Brockengebietes herrschen, bedingt durch die geomorphologischen Gegebenheiten soligene Moore vor. Diese überwiegenden Hangmoore finden sich am Osthang der Heinrichshöhe sowie am Westhang der Zeterklippen (Ilsequellmoore). Auch im Bereich des Sattels zwischen Brocken und Heinrichshöhe überwiegen soligene Moore, wobei in den ebenen Lagen auch Moore mit ombrogener Charakteristik (durch Regenwasser gespeist) anzutreffen sind. Gleiches gilt für den Bereich des Brockenbettes, wo die Moorbereiche durch die asphaltierte Brockenstraße durchschnitten sind. Ein ausgesprochenes Hochmoor im ursprünglichen Sinn (rein ombrogen) finden wir lediglich östlich unterhalb der Renneckenberge (Moor an den Blumentöpfen).

     

     

     

     

     

    In Höhen um 800-900 m über NN konnten Mitte der 1980 Jahre vermehrt geschädigte Fichten beobachtet werden