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Eine botanisch - faunistisch - ökologische Bestandsanalyse für die Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes Darstellung einer Untersuchung aus den Jahren 1991/92 von Dietmar Spitzenberg
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An die Ausweisung des Naturparks Drömling im Jahre 1990 anknüpfend bestand die Notwendigkeit einer umfassenden Inventarisierung dieses Schutzgebietes. In Kenntnis der herausragenden naturschutzfachlichen Bedeutung erfolgten zwar bereits in den Vorjahren einige spezielle Untersuchungen im Drömling und deren Veröffentlichung, z. B. jedoch fehlten bislang zusammenfassende Erhebungen unter Einbeziehung des botanischen Inventars und umfassende Faunenbereiche. In Kenntnis dieses Defizits und als Vorarbeit für den zu erstellenden Pflege- und Entwicklungsplan für den Naturpark übernahm die Fachgruppe Faunistik und Ökologie bereits 1991 den Auftrag, das Naturschutzgebiet "Stauberg" über einen Zeitraum von zwei Jahren botanisch und faunistisch zu erfassen.
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Von der hauptsächlich als Viehweide genutzten Fläche südlich des Mittellandkanals steigt das Geländerelief vom Allerkanal, der ca. 1 km nördlich des NSG verläuft, leicht an und geht in eine bislang intensiv ackerbaulich genutzte und von einer Vermoorung weitgehend ausgenommene Fläche über. Das NSG befindet sich damit im Übergangsbereich zwischen dem Niedermoorgebieten des Drömling und dem westlichen Haldenslebener Hügelland. Etwa 2 km südwestlich befindet sich die Ortschaft Breitenrode. Neben einer dünenartigen Ausbildung im westlichen und nordwestlichen Bereich, der ursprünglich mit Kiefern aufgeforstet wurde, ist der nordöstliche Bereich durch den (wahrscheinlichen) Abbau alluvialer Sande mit sich anschließender Vermoorung geprägt. Auf den wassernahen Standorten deutet sich eine Initialphase der Hochmoorentwicklung an, die jedoch auf Grund der gegebenen geologischen Bedingungen in keine ausgeprägte Hochmoorbildung übergehen wird. Eine vermoorte Senke im südlichen Teil des NSG wurde mechanisch vertieft und zu einem Weiher ausgebildet. Ein ebenfalls am Südrand jedoch außerhalb des NSG gelegener Entwässerungsgraben hat über ein kleines Wehr einen unmittelbaren Einfluss auf die Wasserhaltung im gesamten Gebiet. |
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Für die weitere Pflege und Entwicklung des NSG sind auf der Grundlage der vorhandenen Erkenntnisse konkrete Behandlungsrichtlinien auszuarbeiten. Ausgehend davon war zunächst der gegenwärtige Zustand des NSG zu dokumentieren und sind die faunistischen und botanischen Ergebnisse zu interpretieren. Im Hinblick auf die unterschiedlichen Interessengebiete der FG-Mitglieder wurde neben der botanischen Erfassung schwerpunktmäßig die Bestandserhebung ausgesuchter Insektengruppen durchgeführt. Ausgewählt wurden Heuschrecken (Saltatoria), Laufkäfer (Carabidae), Blattkäfer (Chrysomelidae), Tagfalter (Rhopalocera), Libellen (Odonata) und aquatischen Käfer. Diese Auswahl erfolgte im Wesentlichen unter dem Aspekt einer möglichen Indikatorfunktion und wegen ihrer bevorzugten Verwendung in planungsrelevanten Darstellungen. Grundlage für eine differenzierte Darstellung der Faunenerfassung war neben der geogenen Struktur eine differenzierte pflanzensoziologische Standorteinschätzung. Die während der Untersuchungen erzielten Ergebnisse werden nachstehend dargestellt.
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Eine pflanzensoziologische Kartierung erfolgte auf der Grundlage von Vegetationstabellen in Anlehnung an BRAUN / BLANQUET. Die Standorteinschätzung der Übergangsgesellschaften und deren Zuordnung unter Verwendung der Bestimmungswerke von RUNGE und WILLMANNS. Auf Grund der Kleinflächigkeit und einer ausgeprägten anthropogenen Überprägung vermischen sich einzelne Pflanzengesellschaften und sind daher gelegentlich als Übergangsstadien zu betrachten. In der folgenden Darstellung werden die im westlichen Teil des NSG gelegenen Aufforstungen mit Kiefern weitestgehend vernachlässigt.
Auf Säumen und Ruderalflächen ist die Schlagflurgesellschaft Senecio sylvatico - Epilobietum angustifoliae anzutreffen. Die lockeren und armen Böden im Untersuchungsgebiet bedingen oftmals eine Ausbildungsform mit dem Landreitgras Calamagrostis epigejos, die vorliegend als eine eigene Gesellschaft Calamagrostietum epigeji behandelt wird. Diese nimmt innerhalb des NSG große Flächen ein, was auf Störungen der Vegetationsstandorte (z. B. Anlage eines Weihers) hinweist. Während in den Grenzzonen zum Ackerland zunehmend ruderale Elemente eindringen, so dass Übergangsstadien zur ruderalen Staudenflur des Tanaceto-Artemisietum zu beobachten sind, beginnt durch den Samendruck der im Gebiet reichlich vorhandenen Pioniergehölze in einigen Bereichen eine ausgeprägte Verbuschung. Eine deutliche Abgrenzung des Calamagrostietum epigeji gegenüber angrenzenden Gesellschaften ist teilweise schwierig und dem Charakter als "Sukzessions"-Gesellschaft geschuldet.
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Die typischen Horste des Drömling tragen, soweit sie nicht von Wald bestanden sind, Trockenrasengesellschaften der glazialen Sanddünen. Der lockere, nährstoffarme Sand bildet in Verbindung mit voller Sonneneinstrahlung diese Extremstandorte. Hier anzutreffende Pflanzen sind zumeist konkurrenzschwach und kurzlebig oder haben spezielle Anpassungen entwickelt. Charakteristisch für diese Gesellschaften ist der hohe Anteil an Frühblühern und Herbstblühern, da die hohen Sommertemperaturen zu einer gewissen Ruhephase führen. Bodensaure Dünenstandorte weisen mit dem Spergulo - Corynephoretum canescens eine hier typische Gesellschaft auf, die auftretende Überwehungen ohne Probleme verträgt, aber auch in der Lage ist, eine Verfestigung und Bindung des Bodenmaterials zu fördern. Eine besondere Rolle spielt hierbei das namengebende Silbergras Corynephorus canescens. Ebenfalls an bodensaure, nährstoffarme Sandstandorte angepasst ist die Gesellschaft des Airetum praecocis, bei der jedoch die Überwehung und Überschüttung zur Regelgröße wird. Folglich ist das Airetum auf verfestigten, Wegen und windgeschützten Xerothermstandorten anzutreffen. Die Abgrenzung beider Gesellschaften werden im NSG Stauberg durch die besonders gut ausgeprägte Besiedlung mit Sandbienen, Grabwespen und Sandlaufkäfern beeinflusst. Kleinflächig und nicht sehr stabil ausgebildet, da im NSG Stauberg eine Stellung zwischen Xerothermrasen und Pfeifengraswiesen einnehmend, ist das Nardetum strictae. Dokumentiert ist diese Zwischenstellung durch das Eindringen von Differenzial- und Begleitarten dieser Gesellschaften. Die Standorte werden meistens von Gebüschen und Wäldchen mit strukturreichen Rändern durchsetzt. Das Nardetum ist im Tiefland im Rückgang begriffen.
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Die namengebende Art, das Pfeifengras (Molinia caerulea), ist konkurrenzstark auf nährstoffarmen Wiesenstandorten und bildet hier eine Vielzahl von Gesellschaften und Untergesellschaften, wobei die entscheidende Regelgröße das Wasserregime darstellt. Molinia caerulea weist demgegenüber eine recht weite ökologische Amplitude auf. Das Junco - Molinietum caerulea löst auf trockeneren Standorten das Nardetum bzw. das Calamagrostietum ab und ist die typische Wiesengesellschaft ärmerer Böden. Als Überleitungsgesellschaft mit Abhängigkeit zur Bodenfeuchte weist sie je nach Standort Differenzialarten aus dem Nardetum und der sich zum Moor anschließenden Moor-Pfeifengraswiese auf. Letztere ist als Zentralassoziation recht weit gefasst und enthält je nach Wasserregime Wiesen-, Niedermoor- oder Hochmoorarten. Im NSG Stauberg haben wir es größtenteils mit einem Zwischenstadium des Junco-Molinietum und des Erico-Molinietum zu tun, die auf die enge Grundwasseranbindung zurückzuführen ist und Merkmale beider Gesellschaften aufweist. Auf Standorten mit schwankendem Wasserstand wird sie vom Moorbirkenwald (Betuletum pubescentis) abgelöst. Bei relativ konstant hohem Wasserstand beginnen sich in Tendenz zum Hochmoor Sphagnum-Bulben auszubilden, dem Polytrichium spec. und Drosera rotundifolia als typische Hochmoorarten folgen. Eine konstante Anhebung des Grundwasserstandes geht mit einer Förderung der Hochmoorelemente einher.
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Die auftretenden Schilfflächen des Phragmitetum australis im Bereich des Weihers und des Moores sind offensichtlich auf punktuelle Nährstoffeinträge aus dem nahen Ackerbereich und dem Austausch nährstoffreichen Grundwassers über das vorhandene Grabensystem zurückzuführen. Mit einer Erhöhung des Grundwasserstandes dürfte ein Rückgang dieser nährstoffbedürftigen Gesellschaft zu erwarten sein. Als typische Röhrichtgesellschaft nährstoffärmerer Gewässer ist das Typhetum angustifolio - latifoliae zu sehen, das sowohl kleinflächig im Bereich vorhandener Gräben als auch ausgeprägt im Randbereich des Weihers anzutreffen ist. Die Gesellschaft, von Typha latifolia dominiert, kann auf Grund der großen Amplitude gegenüber der Wassertiefe weit in freie Wasserbereiche vordringen und bildet damit die erste, vom Ufer aus eindringende Verlandungsstufe. Letzte Stufe einer Verlandung bilden die Großseggenriede des Caricetum ripariae und Caricetum acutiformis. Sie sind charakterisiert durch die ausgeprägte Dominanz meist nur einer Großseggenart - begründet durch die vegetative Vermehrungspotenz. Für die faunistische Besiedlung bedeutend sind die Flachwasserbereiche mit dem Kleinröhricht der Knollenbinse, dem Ranunculo - Juncetum bulbosi. Entscheidend für die Ausprägung ist ein anhaltender und geringer Wasserstand. Letztere Gesellschaft sowie die zum damaligen Zeitpunkt noch schwer zu charakterisierenden Schlammboden-Kleinröhrichte sind durch die stattgefundenen Erdarbeiten im Weiherbereich beeinflusst. Im Jahr der Bestandsaufnahme, 1992, war in den uferfernen Bereichen auf verfestigten und schlecht durchlüfteten Ton-Lehm-Boden eine in die Nähe des Spergulario - Illecebretum zu stellende Gesellschaft vorhanden. In den ufernahen Bereichen tendierte die Vegetationsentwicklung zu überflutungsunempfindlichen Schlammbodengesellschaften des Ranunculetum sceleratus bzw. des Rumicetum palustris.
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Auf Grund der 1990 erfolgten Vertiefung der sumpfigen Bereiche im Südteil des NSG zu einem Weiher ist die submerse Flora naturgemäß von einer relativen Artenarmut gekennzeichnet. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich durch die Frequentierung mit Wasservögeln in kurzer Zeit ein vielschichtiges Wasserpflanzengefüge einstellen wird. 1992 konnten Initialstadien des Myriophyllo Nupharetum angetroffen werden. Ferner waren Vorkommen des Ranunculetum aquatilis mit Reinbeständen der namensgebenden Art sowie eine aus Laichkräutern bestehende Schwimmblattgesellschaft des Potametum pectinato - natantis vorzufinden. |
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Im NSG Stauberg konnten zwischen 1991 und 1992 insgesamt 11 Heuschreckenarten nachgewiesen werden. Vier Arten gehören zu den Langfühlerschrecken (Ensifera) und 7 Arten zu den Kurzfühlerschrecken (Celifera). Im direkten Umfeld des NSG sind mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weitere Arten nachzuweisen. Drei der nachgewiesenen Arten sind in der Roten Liste des Landes Sachsen-Anhalt enthalten (in Klammern). In der nachstehenden tabellarischen Auflistung sind die vorgefundenen Arten getrennt nach ihren ökologischen Indizes dargestellt. Das Artenspektrum ist dabei von zwei xerophilen Arten der Trockenstandorte, zwei rein hygrophilen Arten sowie vier Arten mit meso-hygrophiler bzw. hygro-mesophiler Charakteristik gekennzeichnet.
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Die Auswahl der Carabidae und Cicindelidae bei der Erfassung des NSG Stauberg ist überwiegend der Prädatorfunktion dieser Familien und somit ihrer Funktion als "Bio-Indikator" geschuldet. Innerhalb des Untersuchungsraumes erfolgte eine intensivere Erfassung auf drei ausgewählte Teilflächen: Durch diese Auswahl wurden die signifikanten und im Wesentlichen das Gebiet repräsentierenden Bereiche des NSG untersucht. Für eine vollständige Erfassung der Carabidenfauna sind hinsichtlich Methode und Zeitdauer ausgedehntere und umfassendere Untersuchungen erforderlich, die allerdings nicht Bestandteil des Projektes waren. Auch erfolgte kein Einsatz sonst üblicher Bodenfallen. Das nachgewiesene Artenspektrum bietet jedoch trotzdem erste Anhaltspunkte zur Besiedlung und zu den zum damaligen Zeitpunkt vorhandenen Carabiden-Gesellschaften.
Meliorationsgraben am Südrand des NSG Während im direkten und durch hydrologische Einflüsse gekennzeichneten Uferbereich erwartungsgemäß Arten mit überwiegend hygrophilen Ansprüchen erfasst werden konnten, gesellten sich an den Grabenhängen psamnophile bis schwach xerotherme Arten (insbesondere auf der südexponierten Seite mit lückiger Vegetation) hinzu. Im oberen Bereich des Grabens wurden die Einflüsse der landwirtschaftlichen Nutzung erkennbar und wurde das Artenspektrum durch arvicole Arten ergänzt. Insgesamt konnten an diesem Standort 25 Arten erfasst werden. Bereiche am Weiher Wie auch am Meliorationsgraben ließen sich im Bereich des Weihers Zonierungen mit Arten unterschiedlicher ökologischer Präferenz feststellen. So überwog im Uferbereich eine Vergesellschaftung überwiegend hygrophiler Arten, während in den torfigen Substraten phytodetricole und paludicole Arten anzutreffen waren. In den durch Stein- und Schotterablagerungen geprägten Bereichen nahmen euryöke Arten einen höheren Anteil ein. Insgesamt wurden 32 Arten nachgewiesen. Trockenrasenflächen zwischen Moor und Weiher
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Für diese Käferfamilie konnten an Hand von Belegen 54 Chrysomeliden-Arten nachgewiesen werden, die sich auf 30 Gattungen aufteilen. Auf Grund der starken phytophagen Bindung wurde in Auswertung der Erfassung eine Zuordnung in die pflanzensoziologische Gliederung versucht. Hierbei wurden allerdings nicht die strengen Maßstäbe einer botanischen Charakterisierung einzelner Pflanzengesellschaften angelegt, sonder nahestehende Gesellschaften zusammen gefasst. Es war festzustellen, dass wesentliche Elemente der vorgefundenen Chrysomelidenfauna den reich strukturierten Säumen und Ruderalbereichen angehörten. Bei der differenzierten Lebensweise der Chrysomelidae konnte allerdings im Untersuchungszeitraum, trotz Anwendung unterschiedlichster Erfassungsmethoden, keine vollständige Arteninventur erzielt werden. Die Artenliste spiegelt somit nur einen Teil der im Gebiet zu erwartenden Arten wider. Arten der Ruderalfluren und Säume
Arten der Xerotherm- und Trockenrasen
Arten der Pfeifengraswiesen und Moore
Arten der Röhrichte, Großseggenriede und Wasserpflanzengesellschaften
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Für das NSG Stauberg wurden im Wesentlichen die Erfassungen der Tagfalterarten im Jahr 1992 während des Zeitraumes vom 12.5. bis 26.9. durchgeführt. Die angetroffenen Arten entsprechen in ihrer Gesamtheit den für die Naturausstattung des Gebietes zu erwartenden Tagfalterarten. Auf Grund der Kleinflächigkeit des Gebietes einerseits und der Aktivität dieser Insektengruppe andererseits ist das vorgefundenen Artenspektrum mit 22 festgestellten Arten aber zweifellos vom Umfeld beeinflusst. D. h. ein Teil der nachgewiesenen Arten muss sich nicht unbedingt innerhalb des NSG entwickeln, sondern wird mit hoher Wahrscheinlichkeit aus angrenzenden Bereichen zufliegen. Lediglich bei den Arten Chrysophanus dorilis und C. virgaureae, die eine Bevorzugung für anmoorige Habitate aufweisen, sowie die wärmegetönte, sonnige Standorte bevorzugenden Dickkopffalter Heteropterus morpheus und Adopaea thaumas dürften sich im näheren Umkreis ausschließlich innerhalb des NSG entwickeln. Mit dem Vorkommen dieser Arten wird auch die hohe Habitatvielfalt innerhalb des NSG auf kleinem Areal belegt. |
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Von den anfangs der 1990er Jahre im Drömling nachgewiesenen 48 Libellenarten konnten 30 Arten (62,5%) im NSG Stauberg bestätigt werden. Davon sind 13 Arten nördlicher (d. h. eurosibirischer) und 7 Arten südlicher (d. h. mediterraner) Herkunft. Die übrigen 10 Arten gehören zu überleitenden Gruppen. Dieses gibt einen Hinweis auf die sowohl kontinentalen als auch atlantischen Klimaeinflüsse im Naturraum Drömling. Analysiert man das vorgefundene Artenspektrum nach seiner ökologischen Einnischung in verschiedene Biotope, so wird deutlich, dass im NSG Stauberg und seinen unmittelbar verbundenen Grabensystemen die Stillwasser-Arten überwiegen, weil das angeschlossene Grabensystem nicht fließt, zu warm und zu sauerstoffarm ist. Bis auf einen einmaligen Nachweis von Gomphus vulgatissimus, einer Art des bewegten Wassers an Fließgewässern, können alle anderen Arten als Bodenständig im NSG und den unmittelbar angrenzenden Gräben angesehen werden. Bemerkenswert auch der Nachweis von drei typischen Moorarten der Gattung Leucorrhinia, obwohl zum damaligen Zeitpunkt keine optimale Moorentwicklung vorlag. Zusammenfassend dargestellt besiedeln die im Folgenden aufgeführten Arten jeweils bestimmte ökologische Nischen (in Klammern Rote-Liste-Kategorie Sachsen-Anhalt):
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