Eine botanisch - faunistisch - ökologische Bestandsanalyse für die Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes

Darstellung einer Untersuchung aus den Jahren 1991/92 von Dietmar Spitzenberg

Stauberg, Weiher; Aufn. D. Spitzenberg

  • Eine sumpfige Senke im NSG wurde zu einem Weiher umgestaltet
  • An die Ausweisung des Naturparks Drömling im Jahre 1990 anknüpfend bestand die Notwendigkeit einer umfassenden Inventarisierung dieses Schutzgebietes. In Kenntnis der herausragenden naturschutzfachlichen Bedeutung erfolgten zwar bereits in den Vorjahren einige spezielle Untersuchungen im Drömling und deren Veröffentlichung, z. B.

  • BRENNECKE, R. (1984): Artenliste der Vögel des Kreises Haldensleben. Haldensleber Vogelkunde 2: 2-27;
  • MÜLLER, J. (1982): Beitrag zur Verbreitung der Wasserläufer (Insecta, Heteroptera, Gerridae) im Bezirk Magdeburg. - Abh. Ber. Mus. Naturkd. Vorgesch. Magdeburg 12 (5): 59-68;
  • PIETSCH, W. (1983 u. 1985): Vegetationsverhältnisse im NSG Jeggauer Moor (Teile 1 bis 3). - Naturschutzarbeit in den Bez. Halle u. Magdeburg 20 (1): 39-47, 20 (2): 41-48, 22 (1): 41-47;
  • jedoch fehlten bislang zusammenfassende Erhebungen unter Einbeziehung des botanischen Inventars und umfassende Faunenbereiche.

    In Kenntnis dieses Defizits und als Vorarbeit für den zu erstellenden Pflege- und Entwicklungsplan für den Naturpark übernahm die Fachgruppe Faunistik und Ökologie bereits 1991 den Auftrag, das Naturschutzgebiet "Stauberg" über einen Zeitraum von zwei Jahren botanisch und faunistisch zu erfassen.

     

    Der Naturraum Drömling

    Im einstigen Urstromtal der Aller gelegen, ist der Drömling ein Relikt und gleichzeitig ein Ergebnis pleistozäner Umbildung. Die klimatischen Veränderungen der Nacheiszeit verursachten zwischen Wolfsburg im Westen und Gardelegen im Osten eine großräumige Geländevertiefung, die in ihrem Untergrund aus alluvialen Sanden und Kiesen besteht. Gelegentlich entstanden inselartige Aufschwemmungen aus fluviatilem Material, die sich als über dem Niveau liegende Horste ("Sandinseln") abzeichnen. Zurückweichende Gletscher hinterließen eine seenartige und langsam versumpfende Fläche, auf der sich allmählich ein mesotrophes Verlandungsmoor ausbildete. In der Folge fand eine Entwicklung zu weiträumigen Bruchwäldern statt.

    Umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen ließen ab Mitte des 18. Jahrhunderts zahlreiche Wiesen und Ackerflächen entstehen. Zur Verbesserung der Erträge und zur Überflutungsvermeidung wurde ein Netzwerk aus Gräben errichtet, die bis in den sandigen Untergrund reichten. Den anfallenden Aushub verteilte man zwischen den Gräben und wertete damit den Moorboden auf. Es entstanden die heute sowohl aus geschichtlicher als auch naturschützerischer Sicht wertvollen Moordammkulturen, die das Landschaftsbild maßgeblich prägen.

     

       Lage- und Gebietsbeschreibung

    Laubfrosch; Aufn. D. Spitzenberg

  • Der Laubfrosch (Hyla arborea) ist im Drömling eine häufige Lurchart
  • Von der hauptsächlich als Viehweide genutzten Fläche südlich des Mittellandkanals steigt das Geländerelief vom Allerkanal, der ca. 1 km nördlich des NSG verläuft, leicht an und geht in eine bislang intensiv ackerbaulich genutzte und von einer Vermoorung weitgehend ausgenommene Fläche über. Das NSG befindet sich damit im Übergangsbereich zwischen dem Niedermoorgebieten des Drömling und dem westlichen Haldenslebener Hügelland. Etwa 2 km südwestlich befindet sich die Ortschaft Breitenrode.

    Neben einer dünenartigen Ausbildung im westlichen und nordwestlichen Bereich, der ursprünglich mit Kiefern aufgeforstet wurde, ist der nordöstliche Bereich durch den (wahrscheinlichen) Abbau alluvialer Sande mit sich anschließender Vermoorung geprägt. Auf den wassernahen Standorten deutet sich eine Initialphase der Hochmoorentwicklung an, die jedoch auf Grund der gegebenen geologischen Bedingungen in keine ausgeprägte Hochmoorbildung übergehen wird. Eine vermoorte Senke im südlichen Teil des NSG wurde mechanisch vertieft und zu einem Weiher ausgebildet. Ein ebenfalls am Südrand jedoch außerhalb des NSG gelegener Entwässerungsgraben hat über ein kleines Wehr einen unmittelbaren Einfluss auf die Wasserhaltung im gesamten Gebiet.

    Die naturschutzrechtliche Ausweisung

    Im Sonderdruck Nr. 1478 des Gesetzblattes der DDR vom 1. Oktober 1990 ist die Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung als Naturpark "Drömling" vom 12. September 1990 veröffentlicht. Neben zwei Totalreservaten (Schutzzone I - Kernzonen) wurden damals fünf einzelne Naturschutzgebiete (Schutzzone II - Entwicklungs- und Pflegezone) verordnet, zu denen auch das NSG Stauberg (Codierung NSG0060M_) gehörte.
    Von den im § 3 der Verordnung aufgeführten Schutzzwecken sind für das NSG Stauberg vor allem zutreffend:

  • Die Sicherung der Arten- und Formenvielfalt einer von grundwasserbeeinflussten Wald- und Grünlandstandorten gekennzeichneten Kulturlandschaft und die Bewahrung von naturnahen Ökosystemen der Nass- und Feuchtstandorte.
  • Die großflächige Renaturierung von Niederungswäldern und Mooren und die Schaffung natürlicher Sukzessionsflächen durch Anhebung der Grundwasserstände.
  • Die Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume von Schwarz- und Weißstorch, Kranich, Schreiadler und Fischotter.
  • Mit einer Flächengröße von 12 Hektar zählt das NSG Stauberg zwar zu den kleineren NSG, ist aber auf Grund seiner Naturausstattung und des Vorhandenseins oligotroph geprägter Moorbildungen als besonders wertvoll einzuschätzen. Im Rahmen der Umsetzung europäischen Rechts (Flora - Fauna - Habitat - Richtlinie) wurde das NSG Stauberg auch als FFH-Gebiet vom Land Sachsen-Anhalt gemeldet (Code FFH 3531301). Darüber hinaus liegt das NSG in einem Schutzgebiet gemäß der Europäischen Vogelschutzrichtlinie, dem 15.265 Hektar großen EU SPA Drömling (Code SPA 3532401).

    Für die weitere Pflege und Entwicklung des NSG sind auf der Grundlage der vorhandenen Erkenntnisse konkrete Behandlungsrichtlinien auszuarbeiten. Ausgehend davon war zunächst der gegenwärtige Zustand des NSG zu dokumentieren und sind die faunistischen und botanischen Ergebnisse zu interpretieren.

    Im Hinblick auf die unterschiedlichen Interessengebiete der FG-Mitglieder wurde neben der botanischen Erfassung schwerpunktmäßig die Bestandserhebung ausgesuchter Insektengruppen durchgeführt. Ausgewählt wurden Heuschrecken (Saltatoria), Laufkäfer (Carabidae), Blattkäfer (Chrysomelidae), Tagfalter (Rhopalocera), Libellen (Odonata) und aquatischen Käfer. Diese Auswahl erfolgte im Wesentlichen unter dem Aspekt einer möglichen Indikatorfunktion und wegen ihrer bevorzugten Verwendung in planungsrelevanten Darstellungen.

    Grundlage für eine differenzierte Darstellung der Faunenerfassung war neben der geogenen Struktur eine differenzierte pflanzensoziologische Standorteinschätzung. Die während der Untersuchungen erzielten Ergebnisse werden nachstehend dargestellt.

     

       Die pflanzensoziologische Gliederung

    Eine pflanzensoziologische Kartierung erfolgte auf der Grundlage von Vegetationstabellen in Anlehnung an BRAUN / BLANQUET. Die Standorteinschätzung der Übergangsgesellschaften und deren Zuordnung unter Verwendung der Bestimmungswerke von RUNGE und WILLMANNS.

    Auf Grund der Kleinflächigkeit und einer ausgeprägten anthropogenen Überprägung vermischen sich einzelne Pflanzengesellschaften und sind daher gelegentlich als Übergangsstadien zu betrachten. In der folgenden Darstellung werden die im westlichen Teil des NSG gelegenen Aufforstungen mit Kiefern weitestgehend vernachlässigt.

    Mäuseschwänzchen; Aufn. D. Spitzenberg

  • Das Mäuseschwänzchen (Myosurus minimus)
  • Säume und Ruderalflächen
  • Auf Säumen und Ruderalflächen ist die Schlagflurgesellschaft Senecio sylvatico - Epilobietum angustifoliae anzutreffen. Die lockeren und armen Böden im Untersuchungsgebiet bedingen oftmals eine Ausbildungsform mit dem Landreitgras Calamagrostis epigejos, die vorliegend als eine eigene Gesellschaft Calamagrostietum epigeji behandelt wird. Diese nimmt innerhalb des NSG große Flächen ein, was auf Störungen der Vegetationsstandorte (z. B. Anlage eines Weihers) hinweist.

    Während in den Grenzzonen zum Ackerland zunehmend ruderale Elemente eindringen, so dass Übergangsstadien zur ruderalen Staudenflur des Tanaceto-Artemisietum zu beobachten sind, beginnt durch den Samendruck der im Gebiet reichlich vorhandenen Pioniergehölze in einigen Bereichen eine ausgeprägte Verbuschung. Eine deutliche Abgrenzung des Calamagrostietum epigeji gegenüber angrenzenden Gesellschaften ist teilweise schwierig und dem Charakter als "Sukzessions"-Gesellschaft geschuldet.

     

  • Trocken- und Xerothermrasen
  • Die typischen Horste des Drömling tragen, soweit sie nicht von Wald bestanden sind, Trockenrasengesellschaften der glazialen Sanddünen. Der lockere, nährstoffarme Sand bildet in Verbindung mit voller Sonneneinstrahlung diese Extremstandorte. Hier anzutreffende Pflanzen sind zumeist konkurrenzschwach und kurzlebig oder haben spezielle Anpassungen entwickelt. Charakteristisch für diese Gesellschaften ist der hohe Anteil an Frühblühern und Herbstblühern, da die hohen Sommertemperaturen zu einer gewissen Ruhephase führen.

    Bodensaure Dünenstandorte weisen mit dem Spergulo - Corynephoretum canescens eine hier typische Gesellschaft auf, die auftretende Überwehungen ohne Probleme verträgt, aber auch in der Lage ist, eine Verfestigung und Bindung des Bodenmaterials zu fördern. Eine besondere Rolle spielt hierbei das namengebende Silbergras Corynephorus canescens.

    Ebenfalls an bodensaure, nährstoffarme Sandstandorte angepasst ist die Gesellschaft des Airetum praecocis, bei der jedoch die Überwehung und Überschüttung zur Regelgröße wird. Folglich ist das Airetum auf verfestigten, Wegen und windgeschützten Xerothermstandorten anzutreffen. Die Abgrenzung beider Gesellschaften werden im NSG Stauberg durch die besonders gut ausgeprägte Besiedlung mit Sandbienen, Grabwespen und Sandlaufkäfern beeinflusst.

    Kleinflächig und nicht sehr stabil ausgebildet, da im NSG Stauberg eine Stellung zwischen Xerothermrasen und Pfeifengraswiesen einnehmend, ist das Nardetum strictae. Dokumentiert ist diese Zwischenstellung durch das Eindringen von Differenzial- und Begleitarten dieser Gesellschaften. Die Standorte werden meistens von Gebüschen und Wäldchen mit strukturreichen Rändern durchsetzt. Das Nardetum ist im Tiefland im Rückgang begriffen.

     

  • Pfeifengraswiesen und Moore
  • Die namengebende Art, das Pfeifengras (Molinia caerulea), ist konkurrenzstark auf nährstoffarmen Wiesenstandorten und bildet hier eine Vielzahl von Gesellschaften und Untergesellschaften, wobei die entscheidende Regelgröße das Wasserregime darstellt. Molinia caerulea weist demgegenüber eine recht weite ökologische Amplitude auf.

    Das Junco - Molinietum caerulea löst auf trockeneren Standorten das Nardetum bzw. das Calamagrostietum ab und ist die typische Wiesengesellschaft ärmerer Böden. Als Überleitungsgesellschaft mit Abhängigkeit zur Bodenfeuchte weist sie je nach Standort Differenzialarten aus dem Nardetum und der sich zum Moor anschließenden Moor-Pfeifengraswiese auf. Letztere ist als Zentralassoziation recht weit gefasst und enthält je nach Wasserregime Wiesen-, Niedermoor- oder Hochmoorarten. Im NSG Stauberg haben wir es größtenteils mit einem Zwischenstadium des Junco-Molinietum und des Erico-Molinietum zu tun, die auf die enge Grundwasseranbindung zurückzuführen ist und Merkmale beider Gesellschaften aufweist.

    Auf Standorten mit schwankendem Wasserstand wird sie vom Moorbirkenwald (Betuletum pubescentis) abgelöst. Bei relativ konstant hohem Wasserstand beginnen sich in Tendenz zum Hochmoor Sphagnum-Bulben auszubilden, dem Polytrichium spec. und Drosera rotundifolia als typische Hochmoorarten folgen. Eine konstante Anhebung des Grundwasserstandes geht mit einer Förderung der Hochmoorelemente einher.

     

  • Röhrichte und Großseggenriede
  • Die auftretenden Schilfflächen des Phragmitetum australis im Bereich des Weihers und des Moores sind offensichtlich auf punktuelle Nährstoffeinträge aus dem nahen Ackerbereich und dem Austausch nährstoffreichen Grundwassers über das vorhandene Grabensystem zurückzuführen. Mit einer Erhöhung des Grundwasserstandes dürfte ein Rückgang dieser nährstoffbedürftigen Gesellschaft zu erwarten sein.

    Als typische Röhrichtgesellschaft nährstoffärmerer Gewässer ist das Typhetum angustifolio - latifoliae zu sehen, das sowohl kleinflächig im Bereich vorhandener Gräben als auch ausgeprägt im Randbereich des Weihers anzutreffen ist. Die Gesellschaft, von Typha latifolia dominiert, kann auf Grund der großen Amplitude gegenüber der Wassertiefe weit in freie Wasserbereiche vordringen und bildet damit die erste, vom Ufer aus eindringende Verlandungsstufe. Letzte Stufe einer Verlandung bilden die Großseggenriede des Caricetum ripariae und Caricetum acutiformis. Sie sind charakterisiert durch die ausgeprägte Dominanz meist nur einer Großseggenart - begründet durch die vegetative Vermehrungspotenz.

    Für die faunistische Besiedlung bedeutend sind die Flachwasserbereiche mit dem Kleinröhricht der Knollenbinse, dem Ranunculo - Juncetum bulbosi. Entscheidend für die Ausprägung ist ein anhaltender und geringer Wasserstand. Letztere Gesellschaft sowie die zum damaligen Zeitpunkt noch schwer zu charakterisierenden Schlammboden-Kleinröhrichte sind durch die stattgefundenen Erdarbeiten im Weiherbereich beeinflusst. Im Jahr der Bestandsaufnahme, 1992, war in den uferfernen Bereichen auf verfestigten und schlecht durchlüfteten Ton-Lehm-Boden eine in die Nähe des Spergulario - Illecebretum zu stellende Gesellschaft vorhanden. In den ufernahen Bereichen tendierte die Vegetationsentwicklung zu überflutungsunempfindlichen Schlammbodengesellschaften des Ranunculetum sceleratus bzw. des Rumicetum palustris.

     

  • Die Wasserpflanzengesellschaften
  • Wasserhahnenfuß; Aufn. D. Spitzenberg

  • Wasserhahnenfußgesellschaft im angrenzenden Entwässerungsgraben
  • Auf Grund der 1990 erfolgten Vertiefung der sumpfigen Bereiche im Südteil des NSG zu einem Weiher ist die submerse Flora naturgemäß von einer relativen Artenarmut gekennzeichnet. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich durch die Frequentierung mit Wasservögeln in kurzer Zeit ein vielschichtiges Wasserpflanzengefüge einstellen wird. 1992 konnten Initialstadien des Myriophyllo Nupharetum angetroffen werden. Ferner waren Vorkommen des Ranunculetum aquatilis mit Reinbeständen der namensgebenden Art sowie eine aus Laichkräutern bestehende Schwimmblattgesellschaft des Potametum pectinato - natantis vorzufinden.

     

       Darstellung der nachgewiesenen Heuschreckenfauna

    Im NSG Stauberg konnten zwischen 1991 und 1992 insgesamt 11 Heuschreckenarten nachgewiesen werden. Vier Arten gehören zu den Langfühlerschrecken (Ensifera) und 7 Arten zu den Kurzfühlerschrecken (Celifera). Im direkten Umfeld des NSG sind mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weitere Arten nachzuweisen. Drei der nachgewiesenen Arten sind in der Roten Liste des Landes Sachsen-Anhalt enthalten (in Klammern).

    In der nachstehenden tabellarischen Auflistung sind die vorgefundenen Arten getrennt nach ihren ökologischen Indizes dargestellt. Das Artenspektrum ist dabei von zwei xerophilen Arten der Trockenstandorte, zwei rein hygrophilen Arten sowie vier Arten mit meso-hygrophiler bzw. hygro-mesophiler Charakteristik gekennzeichnet.

    euryöke Arten stenöke Arten
    mesophilemeso-hygrophil
    hygro-mesophil
    hygrophilxerophil
    Laubbäume:
    Meconema thalassinum
    Trockenrasen:
    Chortippus brunneus
    Chortippus biguttulus
    Gebüsche, Hochstauden:
    Tettigonia cantans
    Hochstauden, krautige (Feucht-)Wiesen:
    Metrioptera roeseli
     
     Gewässerufer:
    Tetrix subulata
    Tetrix undulata (2)
    krautige Ufer,
    Verlandungszonen,
    Grabenufer:

    Conocephalus dorsalis (3)
    eutrophe Wiesen:
    Chortippus parallelus
    eutrophe Feuchtwiesen:
    Corthippus albomarginatus
    krautige Feuchtwiesen:
    Chortippus dispar (2)

     

       Lauf- und Sandlaufkäfer als bevorzugte Organismengruppe mit Prädatorfunktion

    Die Auswahl der Carabidae und Cicindelidae bei der Erfassung des NSG Stauberg ist überwiegend der Prädatorfunktion dieser Familien und somit ihrer Funktion als "Bio-Indikator" geschuldet. Innerhalb des Untersuchungsraumes erfolgte eine intensivere Erfassung auf drei ausgewählte Teilflächen:

  • Meliorationsgraben am Südrand des NSG (In der Randlage zum eigentlichen NSG)
  • ufernahe Bereiche am vertieften Weiher
  • Trockenrasen- u. Sandflächen am Mittelteil zwischen Moor und Weiher
  • Durch diese Auswahl wurden die signifikanten und im Wesentlichen das Gebiet repräsentierenden Bereiche des NSG untersucht. Für eine vollständige Erfassung der Carabidenfauna sind hinsichtlich Methode und Zeitdauer ausgedehntere und umfassendere Untersuchungen erforderlich, die allerdings nicht Bestandteil des Projektes waren. Auch erfolgte kein Einsatz sonst üblicher Bodenfallen. Das nachgewiesene Artenspektrum bietet jedoch trotzdem erste Anhaltspunkte zur Besiedlung und zu den zum damaligen Zeitpunkt vorhandenen Carabiden-Gesellschaften.

    Im NSG Stauberg nachgewiesene Sandlaufkäfer (Cicindelidae) und Laufkäfer (Carabidae)

    Cicindelidae
    Cicindela campestris
    Cicindela hybrida

    Carabidae
    Acupalpus flavicollis
    Agonum marginatum
    Agonum sexpunctatum
    Agonum viduum
    Amara aenea
    Amara familaris
    Amara municipalis
    Amara plebeja
    Amara spreta
    Anisodactylus binotatus
    Bembidion articulatum

    Bembidion assimile
    Bembidion bruxellense
    Bembidion femoratum
    Bembidion lampros
    Bembidion obliquum
    Bembidion properans
    Bembidion quadrimaculatum
    Bembidion tetracolum
    Calathus melanocephalus
    Carabus cancellatus
    Clivina fossor
    Dyschirius globosus
    Dyschirius thoracicus
    Elaphrus cupreus
    Elaphrus riparius

    Harpalus affinis
    Harpalus rubripes
    Nebria brevicollis
    Notiophilus aquaticus
    Notiophilus biguttatus
    Notiophilus palustris
    Omophrum limbatum
    Platynus dorsalis
    Poecilus versicolor
    Pterostichtus nigrita
    Stenolophus mixtus
    Stenolophus teutonus
    Syntomus truncatellus
    Trechus quadristriatus

    Meliorationsgraben am Südrand des NSG
    Die Lage im Randbereich zur ackerbaulich genutzten Fläche und das vorhandene eingetiefte Profil grenzen die in Anspruch genommenen Lebensräume kleinflächig ab. Es ließen sich jedoch auch bei dieser Kleinflächigkeit lineare Zonierungen abgrenzen und drei Bereiche erkennen, die durch das Vorkommen bestimmter Artengefüge charakterisiert waren.

    Während im direkten und durch hydrologische Einflüsse gekennzeichneten Uferbereich erwartungsgemäß Arten mit überwiegend hygrophilen Ansprüchen erfasst werden konnten, gesellten sich an den Grabenhängen psamnophile bis schwach xerotherme Arten (insbesondere auf der südexponierten Seite mit lückiger Vegetation) hinzu. Im oberen Bereich des Grabens wurden die Einflüsse der landwirtschaftlichen Nutzung erkennbar und wurde das Artenspektrum durch arvicole Arten ergänzt. Insgesamt konnten an diesem Standort 25 Arten erfasst werden.

    Bereiche am Weiher
    Bedingt durch die kurz vorher stattgefundenen Reliefveränderungen bei der Vertiefung der sumpfigen Senke zu einem Weiher waren überwiegend Rohbodenstandorte vorhanden, die im Uferbereich durch sandig-tonige Konsistenz und in den höheren Lagen durch einen hohen Anteil torfigen Substrates gekennzeichnet waren. Hinzu kamen am südlich und südöstlich exponiertem Waldsaum Schotter- und Steinablagerungen.

    Wie auch am Meliorationsgraben ließen sich im Bereich des Weihers Zonierungen mit Arten unterschiedlicher ökologischer Präferenz feststellen. So überwog im Uferbereich eine Vergesellschaftung überwiegend hygrophiler Arten, während in den torfigen Substraten phytodetricole und paludicole Arten anzutreffen waren. In den durch Stein- und Schotterablagerungen geprägten Bereichen nahmen euryöke Arten einen höheren Anteil ein. Insgesamt wurden 32 Arten nachgewiesen.

    Trockenrasenflächen zwischen Moor und Weiher
    Den Bereich der Sanddünen und des xerothermen Trockenrasens im Mittelteil des NSG besiedeln, den ökologischen Gegebenheiten zufolge, überwiegend Arten mit einer relativ engen ökologischen Amplitude, die vereinzelt durch euryöke Arten ergänzt werden. Aus diesem Grunde ist das nachgewiesene Artenspektrum auch nur sehr gering. Eine gewisse Übereinstimmung mit den in den xerothermen Abschnitten des Meliorationsgrabens festgestellten Arten ist dabei gegeben.

     

       Die Blattkäferfauna des NSG Stauberg

    Für diese Käferfamilie konnten an Hand von Belegen 54 Chrysomeliden-Arten nachgewiesen werden, die sich auf 30 Gattungen aufteilen.

    Auf Grund der starken phytophagen Bindung wurde in Auswertung der Erfassung eine Zuordnung in die pflanzensoziologische Gliederung versucht. Hierbei wurden allerdings nicht die strengen Maßstäbe einer botanischen Charakterisierung einzelner Pflanzengesellschaften angelegt, sonder nahestehende Gesellschaften zusammen gefasst. Es war festzustellen, dass wesentliche Elemente der vorgefundenen Chrysomelidenfauna den reich strukturierten Säumen und Ruderalbereichen angehörten.

    Bei der differenzierten Lebensweise der Chrysomelidae konnte allerdings im Untersuchungszeitraum, trotz Anwendung unterschiedlichster Erfassungsmethoden, keine vollständige Arteninventur erzielt werden. Die Artenliste spiegelt somit nur einen Teil der im Gebiet zu erwartenden Arten wider.

    Arten der Ruderalfluren und Säume
    Der bei weitem größte Anteil der festgestellten Arten besiedelt diese pflanzensoziologische Gliederung, wobei die anzutreffende große Vielfalt an Pflanzenarten das Vorkommen der weitestgehend stenöken Chrysomeliden-Arten begünstigt. Insgesamt wurde das Potenzial von Säumen und Ruderalflächen als Lebensraum zahlreicher und vor allem spezifischer Arten deutlich.

    Arten der Ruderalfluren und Säume

    Adoxus obscurus
    Agelastica alni
    Aphthona venustula
    Batophila rubi
    Chaetocnema hortensis
    Chalcoides aurata
    Chalcoides aurea
    Chalcoides fulvicornis
    Crepidodere transversa
    Crioceres duodecimpunktata
    Crytocephalus moraei

    Crytocephalus sericeus
    Dlochrysa fastuosa
    Galerucella lineola
    Galerucella tanaceti
    Gastroidea polygoni
    Gastroidea viridula
    Lema lichenis
    Lema melanopa
    Leptinotarsa decemlineata
    Longitarsus anchusae
    Longitarsus melanocephalus

    Luperus lyperus
    Melasoma aenea
    Melasoma populi
    Phyllodecta vittelinae
    Phyllodecta vulgatissima
    Phyllotreta atra
    Phyllotreta nemorum
    Phyllotreta nigripes
    Psylliodes chalcomera
    Psylliodes chrysocephala

    Arten der Xerotherm- und Trockenrasen
    Eine klare Abgrenzung zu Saum- und Ruderalflächen ist oftmals nur schwer möglich. Somit sind auch die in dieser Pflanzengesellschaft gefundenen Arten durchaus in der vorherigen Gesellschaft präsent. Sowohl Hispella atra als auch Longitarsus succineus gelten als wärmeliebend bzw. europäisch-mediterran verbreitet.

    Überwiegend auf Trocken- und Xerothermrasen nachgewiesene Chrysomelidae

    Chrysomela varians
    Hispella atra

    Longitarsus luridus
    Longitarsus pratensis

    Longitarsus succineus
    Phyllotreta vittula

    Arten der Pfeifengraswiesen und Moore
    Insgesamt können von den 54 nachgewiesenen Arten 12 als Bewohner des Molinietums angesehen werden. Die für Pfeifengraswiesen oftmals als dominierend angesehene Art Chryptocephalus labiatus konnte allerdings nur durch zwei Funde bestätigt werden. Den vorhandenen Hochmoorcharakter unterstreicht der Nachweis der als tyrphophil geltenden Art Plateumaris sericea.

    überwiegende Arten des Molinietums und der Moore

    Altica spec.
    Aphthona coerula
    Chryptocephalus labiatus
    Chrysomela polita

    Donacia marginata
    Donacia semicuprea
    Hydrothassa marginella
    Phyllobrotica quadrimaculata

    Phyllotreta ochripes
    Phyllotreta tetrastigma
    Plateumaris sericea
    Prasocuris phellandrii

    Arten der Röhrichte, Großseggenriede und Wasserpflanzengesellschaften
    In diesen pflanzensoziologisch abgegrenzten Gesellschaften gelang lediglich der Nachweis von vier hier typischerweise anzutreffenden Arten. Während Donacia versicolora an Potamogeton natans zahlreich festgestellt wurde, fand sich die Art Donacia cinerea an Typha. Weitere zwei Arten konnten vom Bittersüßen Nachtschatten Solanum dulcamare gesammelt werden. Es waren dies Epitrix pubescens und Psylliodes affinis.

     

       Tagfalter als selektiver Ausschnitt der Lepidopterenfauna

    Dukatenfalter; Aufn. D. Spitzenberg

  • Der Dukatenfalter (Chrysophanus virgaureae) ist an sonnigen Bereichen anzutreffen
  • Für das NSG Stauberg wurden im Wesentlichen die Erfassungen der Tagfalterarten im Jahr 1992 während des Zeitraumes vom 12.5. bis 26.9. durchgeführt. Die angetroffenen Arten entsprechen in ihrer Gesamtheit den für die Naturausstattung des Gebietes zu erwartenden Tagfalterarten.

    Auf Grund der Kleinflächigkeit des Gebietes einerseits und der Aktivität dieser Insektengruppe andererseits ist das vorgefundenen Artenspektrum mit 22 festgestellten Arten aber zweifellos vom Umfeld beeinflusst. D. h. ein Teil der nachgewiesenen Arten muss sich nicht unbedingt innerhalb des NSG entwickeln, sondern wird mit hoher Wahrscheinlichkeit aus angrenzenden Bereichen zufliegen.

    Lediglich bei den Arten Chrysophanus dorilis und C. virgaureae, die eine Bevorzugung für anmoorige Habitate aufweisen, sowie die wärmegetönte, sonnige Standorte bevorzugenden Dickkopffalter Heteropterus morpheus und Adopaea thaumas dürften sich im näheren Umkreis ausschließlich innerhalb des NSG entwickeln. Mit dem Vorkommen dieser Arten wird auch die hohe Habitatvielfalt innerhalb des NSG auf kleinem Areal belegt.

    Nachgewiesene Tagfalter

    Papilio machaon
    Pieris brassicae
    Pieris rapae
    Pieris napi
    Leucochloe daplidice
    Gonepteryx rhamni
    Melanargia galathea

    Pararge megaera
    Apanthopus hyperanthus
    Coenonympha pamphilus
    Maniola jurtina
    Apatura ilia
    Vanessa io
    Vanessa urticae

    Araschnia levana
    Chrysophanus dorilis
    Chrysophanus virgaureae
    Lycaena icarus
    Heteropterus morpheus
    Adopaea thaumas
    Erynnis comma

     

       Darstellung der Libellenfauna

    Von den anfangs der 1990er Jahre im Drömling nachgewiesenen 48 Libellenarten konnten 30 Arten (62,5%) im NSG Stauberg bestätigt werden. Davon sind 13 Arten nördlicher (d. h. eurosibirischer) und 7 Arten südlicher (d. h. mediterraner) Herkunft. Die übrigen 10 Arten gehören zu überleitenden Gruppen. Dieses gibt einen Hinweis auf die sowohl kontinentalen als auch atlantischen Klimaeinflüsse im Naturraum Drömling.

    Analysiert man das vorgefundene Artenspektrum nach seiner ökologischen Einnischung in verschiedene Biotope, so wird deutlich, dass im NSG Stauberg und seinen unmittelbar verbundenen Grabensystemen die Stillwasser-Arten überwiegen, weil das angeschlossene Grabensystem nicht fließt, zu warm und zu sauerstoffarm ist. Bis auf einen einmaligen Nachweis von Gomphus vulgatissimus, einer Art des bewegten Wassers an Fließgewässern, können alle anderen Arten als Bodenständig im NSG und den unmittelbar angrenzenden Gräben angesehen werden. Bemerkenswert auch der Nachweis von drei typischen Moorarten der Gattung Leucorrhinia, obwohl zum damaligen Zeitpunkt keine optimale Moorentwicklung vorlag.

    Zusammenfassend dargestellt besiedeln die im Folgenden aufgeführten Arten jeweils bestimmte ökologische Nischen (in Klammern Rote-Liste-Kategorie Sachsen-Anhalt):

    euryöke Arten stenöke Arten
    Fließwasser-See-Arten:
    Wasserried, Schwimmrasen, Ufergehölz
  • Platycnemis pennipes

  • Grund-, Tauchrasen
  • Somatochlora metallica
  • Fließwasser-See-Art:
    Detritus, Feingrund
  • Gomphus vulgatissimus (1)

  • Grund-, Tauchrasen
  • Somatochlora metallica
  • Moor-See-Art:
    Grund-, Tauchrasen
  • Cordulia aenea

  •  
    Moor-Tümpel-Art:
    Ufer-, Wasserried
  • Sympetrum flaveolum
  • Moor-Arten:
    Schwingmatten
  • Leucorrhinia dubia (3)

  • Wasserried
  • Leucorrhinia pectoralis (2)

  • Schwingmatten, Wasserried
  • Leucorrhinia rubicunda (3)

  • Sympetrum danae
  • Tümpel-Art:
    offener Feingrund
  • Libellula depressa
  • Tümpel-Art:
    dichtes Ufer-, Wasserried
  • Lestes dryas (3)
  • Weiher-Arten:
    Wasserried, -röhricht
  • Sympecma fusca

  • Aeshna cyanea

  • Sympetrum sanguineum

  • Ufergehölz, Wasserried
  • Lestes viridis

  • Wasserried
  • Sympetrum striolatum (3)

  • Schwimm-, Grund-, Tauchrasen
  • Anax imperator
  •  
    Ubiquisten i.e.S. ohne engere Bindung:
  • Ischnura elegans

  • Coenagrion puella

  • Pyrrhosoma nymphula

  • Aeshna grandis

  • Libellula quadrimaculata

  •  
    Ubiquisten i.w.S. mit Bindung zu:
    offenen Feingrund
  • Orthetrum cancellatum

  • Grund-, Tauchrasen
  • Enallagma cyathigerum

  • Schwimmrasen
  • Erythromma najas

  • Wasserried, -röhricht
  • Lestes sponsa

  • Coenagrion pulchellum

  • Brachytron pratense

  • Aeshna mixta

  • Sympetrum vulgatum
  •  

     

       Bestandsaufnahme der wasserbewohnenden Käferarten

    Im Naturschutzgebiet Stauberg und dessen Randbereiche sind limnische Lebensräume in unterschiedlicher Ausprägung anzutreffen. So befindet sich ein Entwässerungsgraben am Südrand des NSG. Über einen weiteren Graben und ein Abschlagwehr hat dieser Verbindung zum zentralen Teil des NSG und beeinflusst somit das Wasserdargebot in weiten Teilen. Überwiegend sind es hier limnophile Arten, also Arten des freien Wasserkörpers (z. B. Agabus undulatus, Hyphydrus ovatus) sowie Arten stark bewachsener Flachbereiche (z. B. Hydrophilidae spec.), die hier anzutreffen sind.

    Der im südwestlichen Bereich des NSG liegende Weiher wurde 1990 aus einer sumpfigen Senke gestaltet. Auf Grund der vorhandenen Rohböden (sandig-tonige, im Randbereich teilweise torfige Substrate)und der zum Untersuchungszeitraum erst allmählich einsetzenden Vegetationsentwicklung ist hier mit einer sich verändernden Besiedlung durch Wasserkäfer auszugehen. Das nachgewiesene Artenspektrum wird sich somit entsprechend der natürlichen Suksezessionsprozesse im Laufe der Zeit verändern. Zum Zeitpunkt der Untersuchungen waren sowohl Bewohner schlammiger Gewässer (iliophile Arten) als auch Pionierarten (subhalophile Arten) anzutreffen.

    Der zentrale Bereich des NSG weist ein hochmoorähnliches Sukzessionsstadium mit kleinflächigen Sphagnumschlenken (überwiegend im Bereich von Wurzeltrichtern gerodeter Bäume) auf Torfböden auf. Zusätzlich bereichern temporäre Wasserstellen, z. B. auf Wegen, das Angebot von Lebensräumen für aquatile Koleopteren. Sowohl der Moorbereich als auch die auf anmoorigen Boden vorhandenen temporären Gewässer wiesen ein Artenspektrum mit tyrphophiler bzw. acidophiler Charakteristik auf.

    Zwischen 1991 und 1992 konnten insgesamt 76 Arten Wasserkäfer (928 ausgewertete Individuen)nachgewiesen werden. Die Funde teilen sich wie folgt auf die einzelnen Familien auf:

    Anzahl nachgewiesener Wasserkäferarten der einzelne Familien
    Familie Grabensystem Weiher Moorbereich insgesamt
    Haliplidae
    Noteridae
    Dytiscidae
    Gyrinidae
    Hydraenidae
    Hydrochidae
    Hydrophilidae
    4
    2
    22
    -
    1
    1
    21
    5
    2
    27
    1
    2
    1
    9
    2
    1
    26
    -
    1
    1
    13
    6
    2
    42
    1
    2
    1
    22
      51 47 44 76

     

    Eine detailierte Darstellung der aquatischen Koleopterenfauna können Sie hinter diesem Link finden: Wasserkäfer des NSG Stauberg im Drömling.

     

       Schlussfolgerungen als Empfehlung für die Pflege und Entwicklung des Gebietes

    Die in einem kleinräumigen Bereich vorhandene Vielfalt unterschiedlichster Habitatstrukturen stellen mit der dazugehörigen faunistischen und botanischen Besiedlung einen "Artenpool" dar, dessen Wert für umliegende Bereiche nicht zu unterschätzen ist. Grundsätzlich ist das anthropogen (durch Bodenbewegung und Aufforstung) geprägte Gebiet in einen möglichst naturnahen Zustand zu versetzen, wobei insbesondere die ausgeprägten und natürlicherweise vorherrschenden Habitatstrukturen zu berücksichtigen sind. Es wird empfohlen:

  • Erhöhung des Grundwasserstandes durch Rückhalt und Anstau der Niederschläge

  • Förderung des kleinflächig ausgeprägten Trockenrasens durch Zurückdrängen der beschattenden Waldgrenze
  • Umwandlung der Kiefernforste in einen naturnahen, standortgerechten Laubwald
  • Ausweisung einer Pufferzone um das NSG zur Vermeidung von Nährstoffeinträgen
  • Erhalt und Förderung blütenreicher Hochstauden- und Ruderalflächen als Nahrungsquelle zahlreicher Insekten
  • Erhalt und Förderung des Moorkomplexes und des anmoorigen Grabens entlang des Moorkomplexes durch entsprechende Wasserhaltung.

     

    Anmerkung:

    Zehn Jahre nach den dargestellten Untersuchungen hat sich ein naturnaher Zustand bei einem konstant erhöhtem Grundwasserstand eingestellt, der durch eine entsprechende Sukzession gekennzeichnet ist. Das Gebiet ist stärker bewachsen, freie Wasserflächen im Bereich des Weihers sind kaum noch vorhanden. Moorkomplex und angrenzende Baumbestände stellen einen bruchwaldähnlichen Lebensraum dar. Das Gebiet ist weitestgehend unberührt.

     

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