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Saitenwürmer (Nematomorpha)
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Die Bezeichnung Wasserkalb lässt sicher nicht zwangsläufig auf wurmartige Tiere - die Saitenwürmer oder Nematomorpha - schließen. Wenn dann noch der Umstand hinzu kommt, dass diese Tiere eher in kalten, klaren Gebirgsbächen (auch in Sachsen-Anhalt) gefunden werden, aber auch in Heuschrecken oder Ohrwürmern parasitisch leben und wenn sie herauskriechen, scheinbar den überwiegenden Anteil des Wirtstieres ausmachten, ist die Verwirrrung perfekt.
Leider ist die Bestimmung bis zur Art außerordentlich schwierig und vielfach nur mit Hilfe eines Raster-Elektronenmikroskopes mit letzter Sicherheit möglich. Hinzu kommt, dass die Nomenklatur der Tiere teilweise noch nicht restlos geklärt ist. In Europa sind nur etwa ein Drittel der im Süßwasser vorkommenden Arten überhaupt erst beschrieben.
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Nachdem aus den massenhaft produzierten Eiern die Larven schlüpfen, müssen diese in den Transportwirt gelangen. Das erfolgt wahrscheinlich über die Nahrungsaufnahme. Im Transportwirt selbst erfolgt keine Entwicklung, die Larven enzystieren lediglich. Man kann diese Zysten in allen aquatischen Tieren finden. Aber erst wenn diese "Transporttiere" - Transportwirte - vom Endwirt gefressen werden, ist eine Weiterentwicklung überhaupt möglich. Gottesanbeterinnen, Gelbrandkäfer, Heuschrecken, Köcherfliegen sind u.a. solche Endwirte. Die Abbildungen zeigen zwei Wirte von Nematomorphen. Die Verwendung der Fotos erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaft mbH. Dort kann auch die Broschüre "Saitenwürmer" (Heft 632) bestellt werden. Hier gelangen Sie direkt zum Verlagsangebot: http://www.westarp.de Zum einen besteht die Möglichkeit, das der Transportwirt samt vorhandener Zysten gefressen wird und zum anderen können die Zysten bei Insekten mit aquatischen Larvenstadien mit in das Imaginalstadium übernommen werden. Experimentell ist auch belegt, dass bei rein vegetarisch lebenden Kurzfühlerschrecken das Trinken von Larven enthaltenem Wasser ausreicht, um befallen zu werden. Ein Transportwirt ist somit nicht immer und zwingend notwendig. |
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Die Wirte entlassen ihre Parasiten auch wieder (siehe Farbtafel) in das Wasser oder zumindest in die Nähe des Wassers. Dies erklärt das Vorkommen der Saitenwürmer in fast allen möglichen Habitaten: in temporären Kleingewässern, in Bächen, Flüssen bis hin zu Seen. Das Vorkommen wird vermutlich somit durch die Lebensweise des Wirtes, d.h. durch dessen Kontakt zu den verschiedensten Gewässern bestimmt. Zwei sicher bestimmte Nachweise von Saitenwürmern in Sachsen-Anhalt gelagen dem Verfasser: Gordius violaceus BAIRD, 1843 im Siberbach bei Thale, 27.07.02 (leg. Tappenbeck, det. Schmidt-Rhaesa) und Gordius aquaticus LINNÈ, 1758 im Mühlengraben in Ditfurt, 12.11.96 (leg. Tappenbeck, det. Schmidt-Rhaesa). Auf Grund der noch sehr mangelhaften Datenlage sind weitere Hinweise, Fundmeldungen bzw. Fundmaterial von großem Interesse und würden erheblich zu einem besseren Kenntnisstand beitragen. Deshalb an dieser Stelle die Bitte um Unterstützung und Mitarbeit. Lutz Tappenbeck; Bahnhofstr. 2, 39443 Förderstedt,
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