Peter Beyer, Rathmannsdorf

 

Peter Beyer (65) ist eines von 24 Mitgliedern der Fachgruppe Faunistik und Ökologie. Er ist kein Biologe und schon gar kein Wissenschaftler. Sein Beruf war der eines diplomierten Gewerbelehrers, elektronisch orientiert. Wer sich aber etwas mit Kybernetik und Informatik befasst, den fasziniert aus solcher Sicht die Biologie.

P. B. liebt die Spinnen besonders. Schon deshalb, weil sie keiner mag. (Schmetterlinge und Rotkehlchen haben da eine deutlich breitere Lobby.) Außerdem ist es unterhaltsam und mannigfaltig, Spinnen zu beobachten. Und sie sind ja auch mühelos erreichbar, sitzen still in ihren Netzen, lassen sich aus nächster Nähe fotografieren. Man kann sie auch fangen und in Terrarien halten - pflegeleicht sind sie, genügsam und keineswegs langweilig.

Peter Beyer; Aufn. xxx

  • P. Beyer als aufmerksamer Zuhörer bei Veranstaltungen der Fachgruppe
  • Die Listspinne Pisaura mirabilis

    Sie wurde zur Spinne des Jahres 2002 gekürt. Warum, sei dahingestellt. Sie ist nicht bedroht, überall zuhause und spinnt auch keine attraktiven Netze. Doch ist sie geeignet, Furcht vor Spinnen (sog. Arachnophobie) abzubauen. Denn sie erschreckt keinen - wie etwa unsere Hausspinne Tegenaria. Auch liebt sie saubere Verhältnisse und keine verdreckten Mauerwinkel. Schlank ist sie außerdem, dazu samtig braun oder beige, auch mal grau gefärbt, hat Winkelflecken auf dem Rücken, keine borstigen Haare. Aus menschlicher Sicht also durchaus hübsch, eine "sportliche Erscheinung". Ihre kräftigen Beine streckt sie gern paarweise aus, wenn sie sich zum Sonnenbad inmitten eines großen Blattes niederlässt. Dabei wartet sie geduldig, dass sich im Sprungbereich ein appetitliches Insekt dazugesellt. Die Pisaura gehört zur Familie der Raubspinnen. Das besagt nichts weiter - sind doch Spinnen allsamt keine Vegetarier.

    Was heißt hier "List" in ihrem Namen? Es dürfte allgemein bekannt sein, dass unter Spinnen der "Beischlafmord" üblich ist. Das Pisaura-Männchen aber rückt mit einer frisch gefangenen und eingesponnenen Fliege an, übergibt es quasi als Brautgeschenk dem Weibchen. Das lenkt sie ab und er überlebt vorerst.

    So geschieht es im Juni. Dann werden die Eier abgelegt, zu einem Kokon gesponnen - einer weißen Kugel so groß wie eine Knallerbse. Die trägt das Muttertier ständig mit sich herum. Im Juli baut es dann eine Gespinstglocke. Hier schlüpfen die Jungen und bleiben einige Tage noch unter mütterlicher Obhut. In zwei Jahren haben vielleicht ein paar von ihnen überlebt, werden dann das gleiche tun wie ihre Eltern und danach ihr Leben abschließen.

    P. B's Interessenspektrum ist ansonsten breitbandig. Er bastelt an vergessenen Turmuhren herum, liest und radelt gern und mischt auch ein bisschen ehrenamtlich in der Kommunalpolitik mit.

    Darüber hinaus gehören Kunst und Kultur (wie er meint) einfach zum Menschsein. Was ihm da besonderen Genuss bereitet, ist klassische Musik von Mozart, Beethoven, Bruckner, Strawinski und vielen anderen noch.