Die rheophilen Koleopteren des östlichen Harzes

Darstellung einer langjährigen Erfassung der Fließgewässer des Ostharzes

 

 

 

Der Harz als Deutschlands n√∂rdlichstes Mittelgebirge mit H√∂hen √ľber 1000 m √ľ. NN hat bereits seit jeher zahlreiche Koleopterologen angezogen. Erinnert sei u. a. an die Altmeister G. Panzer, der schon im 18. Jahrhundert Arten aus dem Brockengebiet - u. a. einen Elater bructeri (Limonius aeneoniger) - sowie E. F. Germar, der einen Othiorrhynchus bructeri (Othiorhynchus nodosus) beschrieben hat:

    • Panzer, Georg Wolffgang Franz (1795): Deutschlands Insektenfauna oder Entomologisches. Taschenbuch f√ľr 1795. N√ľrnberg.
    • Panzer, Georg Wolffgang Franz (1793-1844): Faunae insectorum Germaniae initia. N√ľrnberg.
    • Germar, Ernst Friedrich (1824): Insectorum Species novae aut minus cognitae. Vol. 1. Coleoptera. Halae.

    • Bode bei Treseburg, erste Eutrophierungserscheinungen z. B. nach Anbindung von Forellenzuchtanlagen sind bemerkbar

Wenn sich jedoch die Thematik auf gew√§sserbewohnende K√§fer beschr√§nkt, ist leicht festzustellen, dass die vorhandene Datenlage erheblich geringer ausf√§llt. Sie wird geradezu sp√§rlich, wenn eine Konzentration auf die Flie√ügew√§sser des Harzes und ihre (koleopterologischen) Bewohner erfolgt. Hinsichtlich der koleopterologischen Erfassung der B√§che und Fl√ľsse des Harzes ist offensichtlich ein enormes Defizit vorhanden, das auch trotz einiger sporadischer Aufsammlungen (z. B. von R. Bellstedt im s√ľdlichen Bereich des Harzes; P. Haase f√ľr den nieders√§chsischen Teil des Harzes) in j√ľngerer Zeit nur unbefriedigend getilgt werden konnte.

In Kenntnis dieser vorhandenen Wissensl√ľcken erfolgte bereits ab 1986 durch den Autor eine mehr oder weniger systematische Erfassung der Flie√ügew√§sser des Harzes, die nunmehr √ľber 250 Beprobungen unterschiedlichster Flie√ügew√§sser umfasst. Eine ausf√ľhrliche Darstellung der erreichten Ergebnisse erfolgte bislang allerdings nicht. Lediglich eine Kurzfassung wurde im Mitteilungsblatt der Arbeitsgruppe Wasserk√§fer  publiziert:

    • Spitzenberg, D. (2000): Zur rheophilen Coleopterenfauna des Harzes. - Mitteilungsblatt der AG Wasserk√§fer. Rundschreiben Nr. 3, Juni 2000.

An dieser Stelle sollen deshalb die Ergebnisse der nunmehr bereits √ľber einen Zeitraum von knapp zwei Jahrzehnten erfolgten Erfassungen dargestellt und bekannt gemacht werden, ohne jedoch einer geplanten ausf√ľhrlichen Publikation vorgreifen zu wollen.

 

   Klimatische Bedingungen

Die Luftbewegungen im Bereich des Harzes sind zu ca. 70% durch nordwestliche bis s√ľdwestliche (atlantisch feuchte) Str√∂mungen gekennzeichnet. Damit liegt der Westteil des Harzes (Oberharz, Hochharz) bis in das Brockengebiet hinein im atlantisch gepr√§gten Luv-Bereich (regnerisch - windig) mit entsprechend erh√∂hten Bew√∂lkungs- und Niederschlagswerten sowie einer niedrigeren Durchschnittstemperatur. Im (etwas mehr kontinental gepr√§gten) Lee-Bereich des Mittleren und Unteren Harzes fallen dagegen erheblich geringere Niederschl√§ge, bei durchschnittlich h√∂herer Jahresmitteltemperatur (jeweils auf die H√∂henlage bezogen).

Die Barrierefunktion des Gebirgszuges zwingt die atlantisch feuchten Luftmassen zum Aufsteigen, wobei die Stauerscheinungen vielfach ein Abregnen im westlichen Harz und im Brockenbereich verursachen. Dem gegen√ľber ist im Bereich des nord√∂stlichen Harzes mit verst√§rkten F√∂nprozessen zu rechnen.

Auf Grund dieser Situation sind f√ľr den Hochharz mehr als 75 Nebeltage / Jahr (Brocken 284 Nebeltage / Jahr !); ca. 900 mm Niederschlag / Jahr (Brocken ca. 1600 mm / Jahr) und eine Durchschnittstemperatur (Brocken) im Sommer (Juli) von 10,2¬įC sowie im Winter (Januar) von -2,8¬įC kennzeichnend. Auf Grund der Lage im Windschatten des Hochharzes sinken die j√§hrlichen Niederschlagsmengen zum √∂stlichen Harzrand rapide ab (Mansfelder H√ľgelland ca. 600 mm / Jahr, Nord√∂stlichen Harzvorland ca. 450 mm / Jahr).

Bezogen auf vergleichbare Höhenlagen gilt der Harz somit als das kälteste Mittelgebirge Deutschlands (Nach Schwietert, 1989, zit. in Matschullat & Pardey 1994).

Weitere Angaben zum Klima und zum aktuellen Wetter finden sie hier.

 

   Zur geologische Situation

Mit der variszischen und der saxonischen Gebirgsbildung und den damit einhergehenden endogenen (Faltung und Hebung) und exogenen (Abtragung und Verwitterung) Reliefveränderungen entstand eine geologische Grundstruktur, die in den eigentlichen Harzlagen wesentlich durch großflächige Formationen gekennzeichnet ist (Elbingeröder Kalkkomplex, Tanner Grauwackenzug, Ramberg- / Brocken-Granit). Im Detail tragen jedoch eine Vielzahl tektonischer Störungen zu einem recht differenzierten und inhomogenen Gesamtbild bei.

In den n√∂rdlichen und s√ľdlichen Harzrandlagen des als Pultscholle bezeichneten Gebirgszuges sind hingegen schmale und kleinfl√§chig lineare Strukturen wechselnder Formationen aus Perm, Trias, Jura und Kreide (Zechstein, Buntsandstein, Muschelkalk) anzutreffen, die √ľberwiegend auf die saxonischen Gebirgsbildung mit der damit einhergehenden, teilweise √ľber 90¬į erfolgten Aufrichtung der Schichten (Subherzynes Becken am Harznordrand) zur√ľckzuf√ľhren sind.

  • Ausschnitt der geologischen Formationen des √∂stlichen Harzes
  • Mit dem Rambergmassiv bei Thale und dem eigentlichen Brockenmassiv sind Urgesteinsformationen (Granite) aus der Zeit des Oberkarbon bis Rotliegend ausgebildet, die sich durch einen wesentlichen Einfluss sowohl chemischer (saure Gesteinsformationen) als auch physikalischer Faktoren (Verwitterungserscheinun g mit kleink√∂rnigem Granitgrus) auf die rheophile Coleopterenfauna auszeichnen. So war die Feststellung bemerkenswert, dass im Bereich dieses Urgesteins von Brocken- und Rambergmassiv keine oder nur eine sehr geringe Besiedlung der Flie√ügew√§sser mit Arthropoden erfolgt. Offensichtlich tr√§gt der sich bildende Verwitterungsschutt (feink√∂rniger Granitgrus) in Verbindung mit str√∂mungsbedingten Umlagerungen zum ‚ÄúZermahlen‚ÄĚ einer rheophilen Fauna bei.

    Angrenzend an diese magmatischen Eruptivgesteine befinden sich vielfach kontaktmetamorph ver√§nderte Gesteine (Hornfelsen), die als Folge extremer Temperatureinfl√ľsse entstanden sind. Basische Gesteine vulkanischen Ursprungs aus dem Unterrotliegen (Melaphyr, Porphyrit) finden wir im S√ľdharz n√∂rdlich Ilfeld.

    Die nach der Faltung und Heraushebung einsetzende Verwitterung und Abtragung f√ľhrte dazu, dass sich gro√üe Schuttstr√∂me (Olisthostrome) in die vorhandenen Senken bewegten (Ilfelder und Meisdorfer Becken), die heute als Konglomerate in einer Tonschiefergrundmasse, teils mit eingeschlossenen Diabas- oder Kalkvorkommen (Olistholite) vorliegen. W√§hrend der erneuten Meeresbedeckung bildeten sich schlie√ülich die Ablagerungen des Elbinger√∂der Kalk-Komplexes, der durch das geringe Vorhandensein von Fliegew√§ssern in gewisser Hinsicht limitierend auf die rheophile Coleopterenfauna wirkt. Letztlich wurden mit der saxonischen Gebirgshebung (vor ca. 50 Millionen Jahren) ma√ügeblich die an den Harzrandgebieten vorhandenen Strukturen gebildet.

    Einer besonderen Erw√§hnung bedarf noch die Karstlandschaft des S√ľdharzes. Das aus der Formation des Zechstein stammende Sulfatgestein (Gips, Anhydrit) wurde und wird durch zirkulierende W√§sser ausgelaugt und abgetragen, so dass sich eine von West nach Ost erstreckende Senke entlang des s√ľdlichen Harzrandes bildete. B√§che wie Thyra, Nasse und Gonna durchbrechen an St√∂rungsstellen den vorhandenen Auslaugungswall. Streng genommen z√§hlt das Gebiet des S√ľdharzer Gipskarstes nicht zur eigentlichen (geologischen) Landschaftseinheit des Harzes; es wird jedoch aufgrund der vorhandenen Morphologie in der Regel mit einbezogen.

     

       Die gew√§sserbezogenen Charakteristika

  • √úbersicht der im sachsen-anhaltischen Teil des Harzes vorhandenen Flie√ügew√§sser (Aus Arten- u. Biotopschutzprogramm Harz des Landes Sachsen-Anhalt
  • Aufgrund der geomorphologischen Ausgestaltung des Harzreliefs und der damit einhergehenden Hauptwasserscheide zwischen Weser und Elbe lassen sich f√ľr den sachsen-anhaltischen Teil des Harzes die Flie√ügew√§sser hinsichtlich ihrer Entw√§sserungsrichtung unterschiedlich einteilen. √úberwiegend weisen die Flie√ügew√§sser eine Abflussrichtung zum Saale-Elbe-System auf. Lediglich der Einzugsbereich von Ecker und Ilse (n√∂rdliches und nord√∂stliches Brockenmassiv) entw√§ssert zum Aller-Weser-System hin.

     

    (In Klammern eine Auswahl der beprobten Stellen)

    • Einzugsbereich von Ecker und Ilse
    • Ecker  (unterhalb Talsperre)
      Ilse   (vor Ilsenburg)
      Tiefenbach   (vor Ilsenburg)

    Unter Ber√ľcksichtigung der Wasserscheiden 2. Ordnung f√ľr das Saale-Elbe-System k√∂nnen die folgend deklarierten Einzugsgebiete genannt werden:

  • Teufelsbach bei Blankenburg; An derart beschatteten B√§chen sind bevorzugt Esolus angustatus, Limnius perrisi und Hydraena nigrita anzutreffen
    • Einzugsgebiet der Holtemme am Nordharzrand bei Wernigerode (Abflussregime Richtung Nord, sp√§ter Nordost)
    • Braunes Wasser   (Dr√§ngetal)
      Hellbach   (bei Wernigerode u. Benzingerode)
      Holtemme   (Steinerne Renne vor Hasserode)
      Zillierbach  (vor Wernigerode/Harz)

     

    • Einzugsgebiet der Warmen und Kalten Bode (Entw√§sserung des s√ľdlichen Hochharzgebietes und der Benneckensteiner Hochfl√§che)
    • Bode   (bei Altenbrak, R√ľbeland Suseburg, Thale)
      Brummeckebach  (westl. Hasselfelde)
      Dammbach   (vor Trautenstein)
      Hassel   (vor Stiege)
      Kalte Bode   (bei Mandelholz u. K√∂nigsh√ľtte)
      Knesebeckkappe   (nw. K√∂nigsh√ľtte)
      Krugbergwasser   (n√∂rdl. Benneckenstein)
      Luppbode   (bei Treseburg u. Allrode)
      Rappbode   (bei Benneckenstein u. Trautenstein)
      Schieferbach   (bei Benneckenstein)
      Spielbach  (bei K√∂nigsh√ľtte)
      Steinbach  (vor K√∂nigsh√ľtte)
      Warme-Bode   (bei Tanne, K√∂nigsh√ľtte u. Sorge)
      Wormke   (bei Mandelholz)
      Wormsbach  (√∂stl. Drei-Annen-Hohne)

     

    • Einzugsgebiet der Selke; Entw√§sserung gro√üer Teile der Harzhochfl√§che in Richtung n√∂rdliches und nord√∂stliches Harzvorland
    • Friedenstalbach  (bei Alexisbad)
      Katzsolbach  (vor G√ľnthersberge)
      Krebsbach  (bei M√§gdesprung / Harz)
      Lange-Talbach  (vor Welbsleben)
      Leine  (bei Alterode u. Stangerode)
      Mukarehne  (vor Harkerode)
      Sauerbach  (b. Meisdorf)
      Selke  (bei M√§gdesprung, Silberh√ľtte, G√ľnthersberge u. Meisdorf)
      Uhlenbach  (bei Silberh√ľtte)
      Wellbach   (bei Gernrode)
      Wurmbach   (oberh. Stecklenberg)

     

  • Bode vor R√ľbeland, nach dem Stau K√∂nigsh√ľtte; Sonnenexposition des Flusses lassen u. a. Elmis rioloides, Limnius volckmari und Oulimnius tuberculatus neben Hydraena dentipes und Hydraena gracilis vorkommen.
    • Einzugsgebiet der Wipper, die wesentliche Teile des Unterharzes in Richtung √∂stliches Harzvorland entw√§ssert, sowie das Einzugsgebiet der Eine im Unterharz, das infolge des sp√§teren Zusammenflusses mit der Wipper durchaus zu diesem gez√§hlt werden kann.
    • Brombach s√ľdl. Wippra
      Eine b. Stangerode, Abbenrode, Steinbr√ľcken u. Welbsleben
      Schmale-Wipper vor Wippra
      Wipper bei Hayn, Rammelburg u. Wippra

     

    • Einzugsgebiet der Thyra bei Stolberg, das  mit den Einzugsbereichen am s√ľdlichen Harzrand (Gipskarst) mit Nasse, Gonna und Leine parallel des S√ľdharzrandes entw√§ssert.
    • Behre  (Einm√ľndung Tiefenbachwasser)
      Brandesbach  (vor Netzkater)
      Haselbach  (vor Uftrungen)
      Krebsbach  (n. Neustadt b. Ilfeld)
      Leine  (s√ľdl. Morungen)
      Lude   (vor Stolberg)
      Merkelsbach  (an der Eisfelder Talm√ľhle)
      Nasse  (bei Questenberg)
      Gonna  (vor Grillenberg)
      Sprachenbach   (n√∂rdlich Stolberg)

    • Der Goldbach am Harzrand bei Blankenburg
    • U. a. kommen hier Elmis aenea, E. maugetii und E. rioloides neben Limnius perrisi, L. volckmari, Esolus angustatus, Hydraena nigrita, H. dentipes, H. gracilis, H. minutissima und Riolus subviolaceus vor

      Insgesamt konnten an diesem Abschnitt 22 Arten aquatischer Koleopteren nachgewiesen werden.

     

    Somit lassen sich im Wesentlichen Gew√§sser mit (im Harz) kurzen Flie√üstrecken an der Nord- und S√ľdabdachung mit n√∂rdlicher bzw. s√ľdlicher Flie√ürichtung von denen mit im Bereich des Harzes l√§ngeren (mehr sonnenexponierten) Flie√üstrecken mit √∂stlicher Flie√ürichtung unterscheiden. W√§hrend die ersteren mehr zu den sommerkalten Gew√§ssern zu rechnen sind, vermitteln die in √∂stliche Richtung verlaufenden B√§che bereits zu gem√§√üigt sommerwarmen Gew√§ssern. Eine entsprechende Tendenz ist auch im Vergleich der nachgewiesenen Artenspektren erkennbar.

     

       Artenspektrum

    In der nachstehenden Auflistung des vorgefundenen Artenspektrums wird √ľberwiegend auf die in den eigentlichen Flie√ügew√§ssern vorgefundenen Arten (rheophile Arten) abgestellt. Zu einem geringen Anteil sind auch typische Arten der Stillgew√§sser enthalten, die √ľberwiegend in den unbewegten Randbereichen nachgewiesen wurden. Die nachgewiesenen Arten der ebenfalls beprobten Stillgew√§sser (teilweise von den B√§chen durchflossen) werden an dieser Stelle vernachl√§ssigt.

    • SPITZENBERG, D. (1988): Bemerkenswerte Wasserk√§ferfunde (Col., Palpicornia) aus dem Bezirk Magdeburg. - Ent. Nachr. Ber. 32: 207-210.
    • SPITZENBERG, D. (1998): Die Tierwelt der Karstlandschaft S√ľdharz. Wasserbewohnende K√§fer. - Natursch. im Land Sachsen-Anhalt 35 (Sond.H.): 38-39.

     

       Hydraenidae

     Der √ľberwiegende Teil der Arten (insbesondere der Gattung Hydraena) dieser Familie (bei uns drei Gattungen) lebt in Flie√ügew√§ssern.

    Hydraenidae

    Hydraena angolosa Hydraena assimilis
    Hydraena belgica Hydraena britteni
    Hydraena dentipes Hydraena gracilis
    Hydraena melas Hydraena minutissima
    Hydraena nitrita Hydraena pygmaea
    Hydraena reyi Hydraena riparia
    Hydraena subimpressa  
    Limnebius atomus Limnebius truncatellus
    Ochthebius bicolon Ochthebius minimus
    W√§hrend z. B. in Th√ľringen typische rheophile Vertreter der Gattung Ochthebius das Artenspektrum erweitern, konnten im Harz (bis auf. O. bicolon und dem allgegenw√§rtigen O. minimus) keine Arten dieser Gattung nachgewiesen werden, so dass eine Konzentration auf die Gattung Hydraena erfolgt.

    In Auswertung der bisherigen Untersuchungen k√∂nnen somit 13 Arten der Gattung Hydraenidae f√ľr den Harz best√§tigt werden. Bemerkenswert, da sie f√ľr den n√∂rdlich gelegenen Harz erstmals nachgewiesen wurden, Hydraena subimpressa und Hydraena angulosa. Beide Arten konnten bereits Mitte der 1980er Jahre im Unterharz bei Welbsleben (H. subimpressa) sowie im Zillierbach bei Wernigerode (H. angulosa) festgestellt werden. Erw√§hnenswert auch das stete und nicht nur vereinzelte Vorkommen von Hydraena assimilis. Diese Arte ist im Harz wesentlich h√§ufiger, als die nahe verwandte Art H. riparia. Auch H. minutissima und H. dentipes sind f√ľr den Harz nicht als selten anzusehen.

     

       Elmidae 
    Elmidae
    Elmis aenea Elmis maugetii
    Elmis rioloides Esolus angustatus
    Esolus parallelepipedus Limnius perrisi
    Limnius volckmari Oulimnius tuberculatus
    Riolus subviolaceus  

     W√§hrend Oulimnius tuberculatus bislang nur an zwei Fundorten (Bode bei R√ľbeland, Rappbode bei Trautenstein) nachgewiesen werden konnte, sind die anderen Elmidae fast fl√§chendeckend verbreitet, wobei Elmis rioloides, Esolus parallelepipedus, Limnius volckmari und Riolus subviolaceus die etwas w√§rmeren Gew√§sser bevorzugen. Die Art Elmis latreillei wurde (entgegen den Angaben von Bellstedt & Fichtner) noch nicht f√ľr den sachsen-anhaltischen Harz best√§tigt, jedoch konnte sie im unmittelbaren Bereich der Landesgrenze zu Niedersachsen (westlich des Eckerstausees) nachgewiesen werden.

    W√§hrend z.B. Limnius volckmari und Esolus parallelepipedus mehr in den (w√§rmeren) Gew√§ssern mit √∂stlicher Flie√ürichtung anzutreffen sind, √ľberwiegen bspw. Limnius perrisi und Esolus angustatus in den (mehr beschatteten) Gew√§ssern mit n√∂rdlicher bzw. s√ľdlicher Flie√ürichtung.

     

       Gyrinidae

    Arten der Familie Gyrinidae sind im Harz nur gelegentlich anzutreffen. So konnte G. substriatus beispielsweise in ca. 600 m  H√∂he unterhalb der Renneckenberge nachgewiesen werden. O. villosus bevorzugt nach dem jetzigen Kenntnisstand die tiefer gelegenen Bereiche, wobei die Art im Mittel- und Unterlauf der Selke nicht selten ist.

    Gyrinidae

    Gyrinus substriatus

    Orectochilus villosus

     

     

    Haliplidae

    Brychius elevatus

    Haliplus flavicollis

    Haliplus immaculatus

    Haliplus laminatus

    Haliplus lineatocollis

    Haliplus ruficollis

       Haliplidae

    Die Arten dieser Familie sind ausschließlich Bewohner stiller Randbereiche bzw. der von den Bächen durchflossenen Stillgewässer.

    Bis auf Brychius elevatus und Haliplus lineatocollis sind die Vertreter dieser Familie √ľberwiegende Bewohner von Stillgew√§ssern, die nur gelegentlich in den Randbereichen der Flie√ügew√§sser vorkommen.

     

     

    Hydroporus ferrugineus; Aufn. D. Spitzenberg

  • Die semi-subterrane Art Hydroporus ferrugineus kommt u. a. an den Hohneklippen, im Brockenbereich und den Renneckenbergen nicht nur vereinzelt vor.
  •    Dytiscidae

    Die Vertreter dieser Familie mit einer rheophilen Präferenz sind in der Tabelle dunkel unterlegt.

    Insbesondere Hydroporus longulus und Hydroporus ferrugineus sind in den kleinen Rinnsalen der oberen Bergregion anzutreffen. Sie gelten als krenophil bzw. semi-subterran.

    Ebenso gilt Agabus guttatus als ein bevorzugter Bewohner kleinerer B√§che, also des quellnahen Bereiches. Agabus nitidus hingegen konnte √ľberwiegend in wasserreicheren B√§chen (z. B. der Leine bei Morungen) festgestellt werden.

    Als bislang einziger Fundort f√ľr Deronectes platynotus wird ein Bach oberhalb der Ortslage Thale (bei ca. 400 m √ľ. NN) ausgewiesen.

     

    Dytiscidae

    Agabus bipustulatus Agabus chalconotus Agabus didymus
    Agabus guttatus Agabus melanarius Agabus nitidus
    Agabus paludosus Agabus sturmi Coelambus impressopunctatus
    Colymbetes fuscus Deronectes platynotus

    Graptodytes pictus

    Hydroporus discretus Hydroporus ferrugineus Hydroporus incognitus
    Hydroporus longulus Hydroporus marginatus Hydroporus melanarius
    Hydroporus memnonius Hydroporus nigrita Hydroporus palustris
    Hydroporus planus Hygrotus versicolor Ilybius fuliginosus
    Oreodytes sanmarki Platambus maculatus  

     

     

       Helophoridae und Hydrophilidae

    Von den Arten dieser beiden Familien sind lediglich Helophorus asperatus und Laccobius obscuratus aufgrund ihres vereinzelten bis seltenen Vorkommens erwähnenswert.

    Oftmals werden die Arten der Unterfamilie Sphaeridiinae nicht zu den eigentlichen Wasserk√§fern gez√§hlt. Hier wird dieser Ansicht nicht gefolgt und werden die in den Randbereichen der Flie√ügew√§sser vorgefundenen Arten aufgef√ľhrt.

    Helophoridae
    Helophorus aquaticus Helophorus arvernicus Helophorus asperatus
    Helophorus brevipalpis Helophorus flavipes Helophorus grandis
    Helophorus granularis Helophorus griseus Helophorus minutus
    Helophorus nanus Helophorus obscurus Helophorus strigifrons
    Hydrophilidae
    Anacaena globulus Anacaena limbata Anacaena lutescens
    Cercyon marinus Cercyon tristis Cercyon unipunctatus
    Cercyon ustulatus Cryptopleurum minutum Cymbiodyta marginella
    Hydrobius fuscipes Laccobius bipunctatus Laccobius minutus
    Laccobius obscuratus Laccobius sinuatus Laccobius striatulus

     

       Zusammenfassung

    Die Fließgewässer des Harzes wurden im Zeitraum von 1986 bis zum Jahr 2000 hinsichtlich der aquatischen Koleopteren untersucht. Insgesamt erfolgten etwa 250 Aufsammlungen an ca. 85 verschiedenen Gewässern. Dabei konnten bislang 87 Arten nachgewiesen werden. Neben den typischen rheophilen Arten wurden im Randbereich der Fließgewässer auch zahlreiche Arten der Stillgewässer nachgewiesen.

    Mit den zwischen 1985 und 1989 erfolgten Untersuchungen der Moore im Brockengebiet sowie den in verschiedenen Stillgew√§ssern des Harzes nachgewiesenen Artenspektren kann nunmehr auf 125 Arten f√ľr den sachsen-anhaltischen Harz verwiesen werden. Die eigenen Aufsammlungen umfassen dabei √ľber 11.000 Exemplare.