Faunistisch-ökologische Untersuchungen der Wasserkäferfauna (Coleoptera, Hydradephaga et Palpicornia) ausgewählter Moore des Nationalpark Hochharz

aus

Abhandlungen und Berichte des Museum Heineanum Halberstadt (Heft 2, Seiten 115-124)

 

Bereits ab 1983 erfolgten im Bereich des östlichen Hochharzes entomologische Bestandsaufnahmen im Rahmen des Arbeitsplanes der Fachgruppe Faunistik und Ökologie Staßfurt. Darunter waren auch zielgerichtete Erfassungen der aquatischen Coleopterenfauna ausgewählter Moore unterhalb des Brockenbereiches.

Soligenes Moor an den Ilsequellen (Oberharz); Aufn. D. Spitzenberg

  • Soligenes Moor an den Ilsequellen (Oberharz) Mitte der 1980er Jahre (Osthang der Heinrichshöhe)
  • Kennzeichnend für das gesamte Gebiet sind (abhängig von der jeweiligen Höhenlage) niedrige Jahrestemperaturen (für den Brocken ca. 2,6 °C ), eine hohe Sturmhäufigkeit mit verbreitetem Raufrost sowie ergiebige Niederschläge (Brocken bis 1600 mm / a, ca. 300 Nebeltage). Damit enthält das Oberharzgebiet allein klimatisch gesehen für die autochthone Flora und Fauna einige limitierende Faktoren.

    Untersucht wurden insbesondere vier Moorgebiete auf granitischem Untergrund:

       Moor an den Blumentöpfen unterhalb der Renneckenberge
    650 m ü. NN. Kleinerer Moorkomplex (ca. 20 m x 40 m) mit reiner ombrogener Charakteristik, Sphagnumbewuchs (Deckungsgrad 2) und ausgeprägten Moorschlenken.

       Moor am Brockenbett
    Etwa 900 m ü. NN gelegen, wird das ombro-soligene Moor von der Brockenstraße durchschnitten. Die nördliche Hälfte entwässert zur Ilse, die südliche Hälfte über das Schwarze Schluftwasser zur Kalten Bode. Ein kaum noch erkennbarer Restbereich einstigen Torfabbaus sowie zahlreiche pflanzenarme Moorschlenken (randlich mit Sphagnum bewachsen) kennzeichnen das Gebiet. Die Vegetation wird überwiegend von einem Eriophoro-Trichophoretum-cespitosi gebildet.

       Moor des Ilsequellgebietes
    Zwischen 800 und 950 m ü. NN gelegen, erstreckt sich das überwiegend soligene Moor sowohl am Westhang der Zeterklippen als auch am Osthang des Heinrichshöhenkomplexes. Über mehrere Hektar sind Wollgras-Fichtenwälder (Eriophori-Piceetum) vorherrschend. Baumfreie bzw. baumarme Flächen weisen ein dem Torfmoos_Seggen-Wollgrasried (Eriophoro-angustifolii-Spagnetum recurvi ähnelnde Gesellschaft auf.

       Moor an der Heinrichshöhe
    Im Sattel zwischen Heinrichshöhe und Brocken bei ca. 980 m ü. NN gelegen, sind sowohl Wollgras-Seggen-Riede als auch Wollgras-Fichtenwälder und Blockmeer-Fichtenwälder (randlich) anzutreffen. In der Nähe der Brockenbahn treten degenerierte Hochmoorkomplexe in Erscheinung. Der Moorkomplex kann als ombro-soligen bezeichnet werden.

    Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia); Aufn. D. Spitzenberg

  • In den soligenen und ombrogenen Mooren des Brockengebietes regelmäßig anzutreffen - der Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
  • Insgesamt konnten "nur" 28 Arten nachgewiesen werden, was angesichts der spezifischen Lebensraumsituation auch nicht verwunderlich ist. Die Mehrzahl der angetroffenen Arten erfüllen dann auch in der Charakteristik die Eigenschaften tyrphophil, acidophil und kaltstenotherm. Das vorgefundene Artenspektrum ist dann auch in Abhängigkeit der hydrologischen Mooreigenschaften anzutreffen. Die größten Unterschiede sin der Artenzusammensetzung sind zwischen dem ombrogenen Moor an den Blumentöpfen und dem Ilsequellmoor bzw. dem Moor an der Heinrichshöhe festzustellen.

     

       [Nachgewiesenes Artenspektrum an aquatischen Koleopteren]