Aquatische Käfer des Naturschutzgebietes „Stauberg“ im Drömling

Überarbeitete Zusammenfassung von Untersuchungsergebnissen aus den Jahren 1991 und 1992

von Dietmar Spitzenberg

 

 

 

Während der faunistischen Untersuchungen der Fachgruppe im Naturschutzgebiet „Stauberg“ in den Jahren 1991 und 1992 erfolgte auch eine erste Erfassung der vorhandenen aquatischen Koleopterenzönose. Näher untersucht wurden drei Gewässerbereiche:

  • ein Entwässerungsgrabensystem am Südrand des NSG,
  • ein im Jahre 1990 angelegter (vertiefter) Weiher sowie
  • ein hochmoorähnlicher Komplex mit ausgedehnten Sphagnumvorkommen.

Der Charakteristik dieser Gewässer angepasst waren Arten mit entsprechend unterschiedlichen ökologischen Präferenzen vorzufinden, wobei die "Kletterer" (insbesondere Arten der Familien Haliplidae, Hydraenidae und Hydrophilidae) in den (oftmals verkrauteten) Flachwasserbereichen und der Uferregion dominierend anzutreffen sind. Die reinen "Schwimmer“ (Arten der Familien Noteridae, Dytiscidae und Gyrinidae) bevorzugen hingegen vielfach die offenen, mit lichtem sub- bzw. emersem Bewuchs bestandene Gewässer. Durch die örtliche Nähe der Gewässer untereinander war eine Unterscheidung der aquatischen Koleopterenzönosen allerdings nicht immer eindeutig, gelang jedoch bei Vernachlässigung der subrezedenten Arten (Dominanz unter 1 %) in Ansätzen.

Darüber hinaus stellten im Gebiet des NSG temporäre Gewässer (wassergefüllte Fahrspuren, überflutete Wiesenstücke) für die oftmals flugfreudigen aquatischen Koleopteren einen potentiellen Lebensraum dar, der in kürzester Zeit besiedelt wurde. In derartigen Gewässern kann somit schnell und umfassend der Nachweis des im Gebiet vorhandenen Artenspektrums gelingen. Allerdings ist die Larvalentwicklung in derartigen Habitaten vielfach in Frage gestellt (Austrocknungsgefahr). Belegbar ist jedoch der Expansionsdrang vieler Arten und die Notwendigkeit dieser temporären Habitate als Zwischenstufe zur Besiedlung neuer Lebensräume.

Vom Verfasser selbst konnten 76 Arten festgestellt werden. Darüber hinaus wies P. SPRICK (Hannover) im Rahmen von Untersuchungen zum Bau der den Drömling querenden ICE-Trasse Hannover - Berlin die Art Hydroporus obscurus in einem Exemplar nach. Somit sind für das NSG Stauberg bislang 77 Arten aquatischer Koleopteren nachgewiesen, die durch 929 Exemplare belegt sind.

 

  Die aquatischen Koleopteren des Grabensystems

Dominierend traten Arten schwach bis mäßig eutropher und pflanzenreicher Gräben sowie weiherartiger Altwässer (im neutralen ph-Bereich) in Erscheinung. Damit wird die durch die Odonatennachweise festgestellte weiherartige Charakteristik der (mittelgroßen bis großen Gräben) untermauert.

Der Lebensraum
Das vorhandene Grabensystem wies im Bereich des NSG Stauberg eine mittlere Breite (Wasserkörper) zwischen 1,5 und 2,5 m auf. Die Wassertiefe betrug im Mittel ca. 0,6 bis 1,0 m, wobei durchaus auch Flachbereiche (verlandend) anzutreffen waren. Neben Flutrasen aus Weißem Strausgras (Agrostis stolonifera) und Knickfuchsschwanz (Alopecurus geniculatus) waren ausgedehnte Bestände des Flutenden Schwaden (Glyceria fluitans), des Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis) und des Schwimmenden Laichkrautes (Potamogeton natans) anzutreffen. Im Einzugsbereich des Moorkomplexes bildeten sich bei einem geringeren ph-Wert stellenweise Moospolster (Polytrichum, Sphagnum) aus.  

Zu den charakterisierenden Arten gehörten Haliplus immaculatus, Hyphydrus ovatus, Porhydrus lineatus, Agabus undulatus und Laccobius minutus). Sie wurden durch iliophil-ubiquistische Arten, die auf eine stellenweise stärkere Eutrophierung hinwiesen, ergänzt (Haliplus ruficollis, Hygrotus inaequalis, Hydroporus palustris und Hydroporu planus). Insgesamt deutete das Artenspektrum auf eine mäßige Nährstoffanreicherung, in temporären Bereichen auf größere Eutrophierung des Gewässers hin. Besonders in den mit Flutrasen (Agrostis, Alopecurus) durchsetzten Zonen waren euryöke Arten wie Hydrobius fuscipes, Cymbiodyta marginella oder Anacaena lutescens verbreitet anzutreffen.

Die teilweise Verfüllung eines in das NSG hineinreichenden Grabens zur Vermeidung einer Moorentwässerung ließ in dem nunmehr abgeschlossenen Grabensystem den Mooreinfluss deutlich hervortreten. Tyrphophile Arten wie Hydroporus umbrosus, Hydroporus tristis oder Hydroporus erytrocephalus wurden hier dominant. Von besonderem Interesse war das temporäre Endstück dieses Grabens, das bei höherem Wasserspiegel im Frühjahr und Frühsommer zeitweilig einen angrenzenden Weg überflutete. Diesen dystrophen Lebensraum besiedelten 1992 vor allem Arten wie Suphrodytes dorsalis, Hydroporus erytrocephalus, Pohydrus lineatus und Agabus undulatus. Bemerkenswert hier auch der Nachweis von Berosus luridus.

 

  Die Besiedlung des Weihers

Durch die Vertiefung einer sumpfigen Senke zu einem Weiher und der damit einhergehenden Bodengestaltung im Jahr 1990 unterlag die Ausbildung der Flora und Fauna noch einem starken Wandel. Dadurch war prinzipiell die Möglichkeit gegeben, die Abfolge der Besiedlung über einen längeren Zeitraum bis hin zur Stabilität zu dokumentieren. Das Vorhandensein eines anmoorigen Untergrundes in weiten Teilen des Weihers (süd- bis südwestlicher Bereich) und eines sandig-tonigen Untergrundes nach einer erneuten teilweisen Vertiefung 1992, ließ ein differenziertes Artenspektrum bei der limnischen Evertebraten-Fauna erwarten.

Der Lebensraum
Bei einer durchschnittlichen Tiefe des Wasserkörpers zwischen 0,5 und 1,0 m setzte sich die submerse Flora aus Spreizendem und Gewöhnlichem Wasserhahnenfuß (Ranunculus circinatus u. R. aquatilis), Schwimmendem und Kamm-Laichkraut (Potamogeton natans u. P. pectinatus) zusammen. Stellenweise kam Teichfaden (Zannichellia palustris) hinzu. Der gemessene ph-Wert lag im neutralen Bereich (7,0 bis 7,5). Die schnelle Erwärmung des Wasserkörpers führte in Verbindung mit einem mäßigen Nährstoffgehalt zum verstärkten Wachstum von Fadenalgen.

Überwiegend waren es größere Arten der Familie Dytiscidae, die - vor allem in Bereichen bis ca. 50 cm Wassertiefe - nachgewiesen wurden. Insbesondere iliophile Arten wie Ilybius fenestratus oder der auf Grund seiner geringen Häufigkeit bemerkenswerte Ilybius subaeneus waren dominierend. An Stellen mit weniger anmoorigen Untergrund waren dann die Arten Hygrotus inaequalis und Laccophilus minutus (in den flacheren Randbereichen) sowie Rhantus frontalis und Colymbetes fuscus präsent.

Durch das Vertiefen des Weihers bis auf den sandigen Untergrund entstand in Verbindung mit der anstehenden torfigen Deckschicht eine interessante Kombination, die sowohl acidophile / tyrphophile Arten als auch Pionierarten der Kies- und Lehmgruben erwarten ließ (nach HEBAUER 1974).

  • HEBAUER, F.: (1974): Über die ökologische Nomenklatur wasserbewohnender Käferarten (Coleoptera). Nachrbl. Bayer. Ent. (München) 23: 87-91.
  •  

      Die Wasserkäfer der mesotrophen Moorgewässer

    Da im Gegensatz zu den beiden anderen limnischen Habitaten in den Moorteilen des NSG nur wenige freie Wasserkörper vorhanden waren, konnten im Wesentlichen Dytisciden-Arten der Gattung Hydroporus und Agabus , sowie Arten der Hydrophilidae (u. a. Enochrus ) erwartet werden.

    Der Lebensraum
    Eine offensichtlich auf Abbau von Sanden zurückzuführende Geländevertiefung im Nord-Ost-Teil des NSG regeneriert sich zu einem mesotroph-saurem Versumpfungsmoor. Derartige Ausbildungen sind im Drömling recht selten anzutreffen. Je nach Grundwasseranbindung bilden sich entweder Seggen-Torfmoos-Riede (subaquatische Torfbildungsphase) oder (bevorzugt in Vertiefungen) reine Torfmoosrasen (semiaquatische Torfbildungsphase) aus. Das Gebiet ist weiterhin gekennzeichnet durch Ausbildungen des Juncus-Molinietum mit stellenweisem Vorkommen von Typha latifolia, Juncus effusus und Eriophorum angustifolium.

    Demzufolge wurden auch die Dominanten von den Arten Hydroporus umbrosus, Hydroporus erytrocephalus, Agabus affinis, Enochrus ochropterus und E. affinis sowie Cymbiodyta marginella gestellt. Die euryök-ubiquistische Art Agabus bipustulatus zeigte eine Vorliebe für anmoorige Gewässer, war aber auch sonst nachzuweisen. Bereiche mit mesotropher Charakteristik wiesen hauptsächlich iliophile Arten auf. Nennenswert auch ein recht häufiges Vorkommen von Hydrochara caraboides.

    Die westlich-atlantisch verbreitete Art Hydroporus gyllenhalii (H. piceus). bevorzugt in unserer Region gern anmoorige Gewässer (Zeterklippenmoor im Harz, Mahlpfuhler Fenn, Jävenitzer Moor) und offenbart somit einen tyrphophilen ökologischen Anspruch.

     

      Die Familie Gyrinidae

    Die Familie der Taumelkäfer konnte im NSG Stauberg lediglich mit einer Art (Gyrinus marinus) nachgewiesen werden. Auffallend war die Tatsache, dass der Graben am Südrand des NSG, im Gegensatz zu den meisten Gräben im übrigen Drömling, nicht besiedelt war. Die bisherigen Nachweise beziehen sich somit lediglich auf den Moorweiher und vereinzelt auf den vorderen Teil des sich durch das NSG erstreckenden Grabens.

     

      Die Familie Haliplidae

    Haliplus fulvus; Scan D. Spitzenberg

  • Haliplus fulvus - ein Anzeiger oligosaprober Verhältnisse. Für Sachsen-Anhalt liegen bislang nur wenige Nachweise vor.
  • Für den Drömling konnten bislang 10 Arten und für das NSG „Stauberg“ 6 Arten nachgewiesen werden. Aufgrund einer weitgehend an das Vorkommen von Algen (z.B. Characeen, Chladophora) angepassten Lebensweise ist diese Familie sekundär als Anzeiger für bestimmte Gewässerqualitäten geeignet. Bei zahlreichen Arten gibt es eine deutliche Präferenz zu bestimmten ökologischen Parametern, wie z.B. dem Eutrophierungsgrad, der Fließgeschwindigkeit, der Salinität oder der Acidität.

    Nach SEEGER (1971) besiedelt die Art Haliplus ruficollis gegenüber Haliplus immaculatus die stärker eutrophierten Gewässer. Das dominierende Vorkommen beider Arten lässt somit auf ein schwach bis mäßig belastetes Gewässer schließen. Der Fund der Art Halipius fulvus im Weiher des NSG ist durchaus als ein Beweis für eine geringere Belastung dieses Gewässers zu sehen. Die Art fungiert als Indikator für oligosaprobe Verhältnisse. Im Bereich des nördlichen Sachsen-Anhalt konnte H. fulvus bislang nur vereinzelt nachgewiesen werden.

  • SEEGER, W. (1971): Die Biotopwahl bei Halipliden, zugleich ein Beitrag zum Problem der syntopischen (sympatrischen s. str.) Arten (Haliplidae; Coleoptera). Arch. Hydrobiol. 69: 155-199.
  •  

    Art

    Graben

    Weiher

    Moor

    ökInd

    Peltodytes caesus
    Haliplus ruficollis
    Haliplus heydeni
    Haliplus fluviatilis
    Haliplus immaculatus
    Haliplus fulvus
    2
    20
    -
    1
    26
    -
    1
    11
    -
    1
    11
    1
    -
    8
    2
    -
    -
    -
    eur

    aci
    sw-rh

    oli

    • Aufteilung der gefundenen Haliplidae auf die Untersuchungsbereiche. Es bedeuten bei der ökologischen Indikation (ökol. Ansprüche): eur - euryök, aci - acidophil, rh - rheophil, oli - oligotroph: sw - schwach

     

    Noterus crassicornis; Scan D. Spitzenberg

  • Noterus crassicornis - Die Männchen sind an verbreiterten Fühlergliedern erkennbar. Die Art ist als acidophil einzustufen.
  •   Die Familie Noteridae

    Diese Familie umfasst bei uns nur eine Gattung mit zwei Arten. Noterus crassicomis bevorzugt dabei mehr die zum Sauren tendierenden Habitate, ohne jedoch übermäßig an Moor gebunden zu sein (acidophil). N clavicornis ist mit Vorliebe in mehr oder weniger eutrophierten weiher- und altwasserartigen Gewässern zu finden.

    Im NSG Stauberg kam N. clavicornis in den Gräben und im Weiher vor. N. crassicornis war in allen drei Gewässertypen anzutreffen, wobei die Art aber im moorbeeinflussten Grabenabschnitt in der Häufigkeit wesentlich überwog.

     

      Die Familie Dytiscidae

    Cybister lateralimarginalis; Scan D. Spitzenberg

  • Cybister lateralimarginalis - die Art ist bevorzugt ebenso wie die Gattung Dytiscus größere Gewässer, wobei jedoch die Tendenz zur Charakteristik limnophil nicht übermäßig stark ausgeprägt ist.
  • Aus der Familie der "echten" Schwimmkäfer konnten bislang im NSG Stauberg 42 Arten nachgewiesen werden, wobei durchaus vor allem im Moorweiher und in den temporären Abschnitten mit dem Nachweis weiterer Arten zu rechnen ist. Bemerkenswert u. a. Nachweise von Cybister lateralimarginalis (RL BRD 1, RL LSA 2), einer nicht häufigen, der Gattung Dytiscus nahestehenden Art, sowie Agabus subtilis, einer Art mit nordischer Verbreitung, die bereits im Land Brandenburg zahlreicher anzutreffen ist. Ferner auch erwähnenswert der Nachweis von Agabus affinis, einer tyrphophilen bis thyrphobionten Art, die vielfach in den Roten Listen der einzelnen Länder vertreten ist.

     

    Art Graben Weiher Moor Ökol. Index
    Hyphydrus ovatus
    Hygrotus impressopunctatus
    Hygrotus inaequalis
    Hygrotus decoratus
    Hydroporus angustatus
    Hydroporus umbrosus
    Hydroporus obscurus
    Hydroporus tristis
    Hydroporus gyllenhalii
    Hydroporus palustris
    Hydroporus incognitos
    Hydroporus erytrocephalus
    Hydroporus planus
    Hydroporus memnonius
    Suphrodytes dorsalis
    Graptodytes granularis
    Graptodytes pictus
    Porhydrus lineatus
    Laccophilus minutus
    Laccophilus hyalinus
    Copelatus haemorrhoidalis
    Agabus subtilis
    Agabus chalconatus
    Agabus bipustulatus
    Agabus sturmii
    Agabus uliginosus
    Agabus affinis
    Agabus congener
    Agabus undulatus
    Ilybius fenestratus
    Ilybius ater
    Ilybius fuliginosus
    Ilybius subaeneus
    Ilybius quadriguttatus
    Rhantus suturalis
    Rhantus frontalis
    Rhantus exsoletus
    Colymbetes fuscus
    Hydaticus transversalis
    Hydaticus seminiger
    Graphoderus cinereus
    Acilius sulcatus
    Cybister lateralimarginalis
    19
    1
    16
    1
    4
    6
    1
    -
    -
    15
    -
    2
    10
    -
    -
    8
    3
    12
    10
    2
    -
    -
    -
    3
    -
    -
    -
    -
    18
    1
    -
    -
    -
    2
    2
    -
    2
    -
    3
    -
    1
    -
    -
    20
    2
    34
    -
    4
    -
    -
    -
    -
    1
    -
    1
    2
    -
    1
    3
    1
    9
    11
    5
    -
    -
    -
    3
    -
    -
    -
    -
    7
    12
    2
    1
    16
    -
    2
    19
    8
    16
    1
    -
    2
    2
    1
    -
    1
    2
    9
    1
    27
    -
    8
    6
    4
    1
    22
    20
    1
    9
    -
    -
    10
    -
    -
    1
    2
    2
    4
    1
    2
    6
    4
    6
    -
    -
    1
    -
    -
    -
    -
    2
    -
    -
    1
    -
    -
    -
    eur,lim
    eur

    aci,typ
    aci
    aci,typ
    typ
    typ
    aci,atl
    eur
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    eur,il
    aci,kst
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    aci
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    typ
    tyb
    il eur
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    eur,lim
    aci,il
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    eur,il
    eur,lim
    eur
    aci,il
    eur
    eur
    eur
    lim

    Artenzahl gesamt: 43

    23

    27

    26

     
    • Aufteilung der gefundenen Dytiscidae auf die Untersuchungsbereiche. Es bedeuten bei der ökologischen Indikation: eur - euryök, aci - acidophil, il - iliophil, lim - lirnnophil, typ - typphophil, tyb - tyrphobiont, kst - kaltstenotherm, atl - atlantisch Verbreitet.

     

      Die Familien Hydraenidae, Hydrochidae und Helophoridae

    Sowohl im Grabensystem, im Weiher als auch im Moorkomplex konnten bei diesen Untersuchungen keine bemerkenswerten Arten mit speziellen ökologischen Ansprüchen festgestellt werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit dürften sich aber bei weiteren Erfassungen noch andere Arten nachweisen lassen. Weniger vielleicht bei den Hydraenidae und Hydrochidae als vielmehr bei den Helophoridae. Möglich sind z. B. Helophorus nanus, Hel. strigifrons und Hel. obscurus bzw. Hel. flavipes.

    Art

    Graben

    Weiher

    Moor

    Ökol.Index

    Ochthebius minimus
    Limnebius crinifer (?)
    Hydrochus carinatus
    Helophorus grandis
    Helophorus granularis
    Helophorus minutus

    -
    1
    2
    4
    1
    3

    7
    1
    2
    1
    -
    2

    2
    -
    2
    1
    -
    3

    eur
    eur
    eur, aci
    il
    il,aci
    eur

    • Aufteilung der gefundenen Hydraenidae auf die Untersuchungsbereiche. Es bedeuten bei der ökologischen Indikation: eur - euryök, aci - acidophil, il - iliophil.

     

      Die Familie Hydrophilidae

    Hydrochara caraboides; Scan D. Spitzenberg

  • Hydrochara caraboides - ein kleinerer Verwandter der Kolbenwasserkäfer. Die Art bevorzugt vegetationsreiche Flachbereiche und ist dort vereinzelt bis häufig anzutreffen. Eine mehr südlich verbreitete Art, Hydrochara flavipes, konnte für Sachsen-Anhalt noch nicht bestätigt werden.
  • Die Vertreter dieser Familie besiedeln überwiegend zwischen dichtem Pflanzenwuchs oder im schlammigen Untergrund die Randzonen der Gewässer. Bei den im NSG vorgefundenen Arten ist die Verwendung als Bioindikator nur bedingt gegeben. Lediglich einige Arten der Gattung Enochrus sind tyrphophil bis tyrphobiont (E. coarctatus, E. ochropterus) bzw. halophil (E. bicolor, E. halophilus) charakterisiert.

    Erwähnenswert auch das Vorkommen von Hydrophilus aterrimus, einer der beiden großen Kolbenwasserkäfer, die auf Grund ihres Rückganges als besonders geschützte Gattung in der Bundesartenschutzverordnung ausgewiesen sind. Generell hat es den Anschein, als ob H. piceus gegenüber H. aterrimus stärker im Rückgang begriffen ist. Beide Arten bevorzugen pflanzenreiche Gewässerränder.

     

    Art

    Graben

    Weiher

    Moor

    Coelostoma orbiculare
    Cercyon tristis
    Hydrobius fuscipes
    Anacaena limbata
    Anacaena lutescens
    Laccobius striatulus
    Laccobius bipunctatus
    Laccobius minutus
    Helochares obscurus
    Enochrus melanocephalus
    Enochrus ochropterus
    Enochrus quadripunctatus
    Enochrus testaceus
    Enochrus affinis
    Enochrus coarctatus
    Cymbiodyta marginella
    Hydrochara caraboides
    Hydrophillus aterrimus
    Berosus luridus
    2
    1
    16
    3
    18
    2
    13
    24
    5
    2
    2
    7
    3
    1
    1
    10
    3
    4
    -
    -
    -
    4
    -
    1
    -
    1
    -
    4
    1
    1
    -
    -
    -
    -
    3
    -
    -
    -
    2
    -
    9
    -
    25
    -
    1
    1
    6
    -
    22
    -
    -
    10
    -
    24
    9
    -
    15
    • Aufteilung der gefundenen Hydrophilidae auf die Untersuchungsbereiche.

     

    Weitere das Naturschutzgebiet Stauberg im südlichen Drömling betreffende Untersuchungsergebnisse faunistischer (u. a. zu Libellen, Heuschrecken, Lauf- u. Blattkäfern) und botanischer Art können Sie hier nachlesen: Das NSG Stauberg