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Exkursion zum Neusiedler See
Eine Fachgruppenexkursion vom 04.07.1998 bis 11.07.1998
Rückblick von Helga Lang und Kerstin Weißleder
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Zum Kennenlernen pontisch-mediterraner Floren- und Faunenelemente besuchten Mitglieder unserer Fachgruppe mehrfach den Neusiedler See und seine Umgebung in Ungarn und Österreich. Höhepunkt war dabei ein einwöchiger Aufenthalt im Juli 1998 mit Übernachtungen in Fertörákos. Über erste Eindrücke und Ergebnisse wurde bereits in halophila 34 (1997) und in halophila 36 (1998) berichtet.
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Ein Abend am Neusiedler See. Die salzbedingte Nähe zum Staßfurter Salzland war Anlaß der Exkursion.
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Als Ausgangspunkt für die nähere Erkundung wählten wir den ungarischen Ort Fertörákos (früher Kroisbach). Der Ort bietet bereits einige erste Sehenswürdigkeiten. Hauptanziehungspunkt ist ein Steinbruch am Ortseingang. Mit seinen eindrucksvollen Säulenhallen kann er tagsüber besichtigt werden. In den Sommermonaten wird die hallenartige Akustik für Konzerte und Theateraufführungen genutzt.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Kristallmuseum, das Schloss, der Pranger vor dem früheren Rathaus, Reste der alten Stadtmauer und die ehemalige Wassermühle.
Nicht weit von Fertörákos erheben sich die Soproner Berge. Die Höhenlage, schattenspendende Buchen- und Nadelwälder sowie kühle Bäche sorgen gerade in den Sommermonaten für ein angenehmes Klima und eine erfrischende Alternative zur trockenen Salzsteppe. Das Gebiet der Soproner Berge gehört geologisch und pflanzengeografisch zu den Ostalpen. Dies wird besonders deutlich, wenn im August entlang des Panoramaweges und auf dem Dalos hegy die Alpenveilchen blühen.
In wenigen Worten zusammengefasst, erwartete uns am Neusiedler See eine bemerkenswerte Landschaft mit vielen Besonderheiten und einer großen Artenvielfalt.
Kurzbeschreibung des Neusiedler Sees
Der urkundlich erstmals 1199 erwähnte See begann sich vor ca. 12 Millionen Jahren, als das Gebiet vom Pannonischen Meer bedeckt war, zu bilden. Unter ihm liegen große Mengen Geröll, zum Teil angeschwemmt von der Donau, und eine Schicht undurchlässiger Löß bzw. Flugsande. Den Neusiedler See speisen zwei Zuflüsse, die Wulka und der Rákos. Bei einer Wassertiefe von durchschnittlich 1,10 m beträgt seine Länge 35 km, die Breite schwankt zwischen 7 km und 15 km. 80 % des Sees befinden sich auf österreichischem, 20 % auf ungarischem Gebiet.
Gut die Hälfte der 320 km2 großen Seefläche ist mit bis zu 5 - 6 km breiten Schilfbeständen bedeckt. Dieser größte und zugleich westlichste Steppensee Europas weist zahlreiche Besonderheiten auf, die zu einer hohen Artenvielfalt führen. In dieser Region treffen Arten der Alpen, Spezies aus Eurasien und Arten mediterraner Einflüsse aufeinander. Zudem bildete sich unter dem Salzgehalt des Sees eine eigene Vegetation heraus, darunter mehrere Endemiten.
Vor allem die Vogelwelt ist es aber, die Jahr für Jahr unzählige Naturinteressierte in das Gebiet zieht. Besonders die "Salzlacken" genannten kleinen, salzhaltigen und des öfteren trocken fallenden Seen im österreichischen Seewinkel werden von den vielen Vogelarten, insbesondere Watvögeln, zur Nahrungssuche aufgesucht. Insbesondere während der Zugzeit wird die Region von tausenden durchziehenden Vogelarten als Rastplatz genutzt.
1992 erfolgte von beiden Anliegerstaaten die Erklärung des wertvollen Naturraumes mit der faszinierenden Steppenlandschaft zum Nationalpark. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und zum Schutz einer alten Natur- und Kulturlandschaft geleistet. Neben Teilen des Sees, den Salzlacken, wechselfeuchten Wiesen und Huteweiden gehört auch das ehemalige Niedermoor Hanság (Waasen) auf ungarischem Territorium zum Nationalpark.
Umfassende Informationen über den Nationalpark und seine Naturausstattung erhält der Besucher in den jeweiligen Nationalparkzentren, wo neben Vorträgen auch unterschiedliche Führungen angeboten werden.
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Samstag, 04.07.1998
Die Anreise erfolgte in Fahrgemeinschaften bzw. im Alleingang mit PKW. Aufgrund der gut vorbereiteten Planung war es leicht, der angegebenen Autoroute zu folgen. Gut und sicher fand sich jeder bis zum Nachmittag in seiner angegebenen Panzio in Fertörákos ein. Bei einem ersten gemeinsamen Abendessen in der Csárda "Zum alten Fischer" wurde der kommende Tag vorbereitet und Informationen über geplante Exkursionsziele gegeben.
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Im Steinbruch "Köfejtö", der nicht nur in kulturhistorischer Sicht bedeutsam ist - auch Botaniker und Entomologen kommen hier auf ihre Kosten |
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Sonntag, 05.07.1998
10.00 Uhr, Treffpunkt am Steinbruch "Köfejtö", die berühmteste Sehenswürdigkeit am Rande der Gemeinde Fertörákos. Er hat nicht nur in geologischer Hinsicht einen großen Wert, sondern ist auch kulturgeschichtlich interessant und für Botaniker eine wahre Fundgrube. Gebildet hat sich dieser "Leitha-Kalkstein" mit seinen überaus vielen Meeresablagerungen und Fossilien vor ca. 12 bis 20 Millionen Jahren im Pannonischen Meer. Er wurde seit der Römerzeit bis 1948 abgebaut. Egal, ob nun Fossilien, Pflanzen, Heuschrecken oder winzig kleine Ameisen, wie z. B. die seltene südliche Art Plagiolepis vindobeonenses, jeder kam erst einmal auf seine Kosten.
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Der Römer-Steinbruch von Fertörákos
Im Kalksandstein am westlichen Ortsausgang von Fertörákos befindet sich ein ehemaliger Steinbruch. Schon in der Römerzeit wurde hier mit dem Abbau des Kalksteins begonnen. Aus den hier gewonnenen Steinen wurde z. B. die Stadtmauer von Sopron errichtet. Später verwendete man die Steinquader zum Bau so berühmter Bauwerke wie dem Stephansdom. Im Kalkstein lassen sich Fossilien, Muschel- und Schneckenreste entdecken. Auf dem Plateau und an den Hängen sind artenreiche kontinentale Kalktrockenrasen mit teilweise mediterranen Einflüssen zu finden. In den Randbereichen gehen die Trockenrasen in Schotter- oder Ruderalfluren über.
Tabelle der nachgewiesenen Arten |
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Nach kurzer Mittagspause die Besichtigung des Ortes. Zum größten Teil bewahrte die Gemeinde ihren jahrhundertealten Charakter. Die Häuser der Hauptstraße stehen mit dem Giebel zur Straße. Jeweils zwei Fronbauernhäuser hatten einen gemeinsamen, schmalen und langgezogenen Hof. Typisch dafür war unsere Unterkunft. Der Erkundungsgang führte uns vorbei an der Dreifaltigkeitssäule zu der von überall gut sichtbaren Kirche, die durch ihre Höhe fast domhaft wirkt.
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In der Csárda "Zum alten Fischer" wurden die Ziele des nächsten Tages besprochen
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Wenige Schritte weiter der sehenswerte Markplatz. Man kann nachlesen, dass auf dem Marktplatz in den dreißiger Jahren des 16. Jh. ein neues unterirdisches Gefängnis errichtet wurde, über dem ein Turm erbaut war. Heute noch sichtbar der Pranger.
Anschließend ein Abstecher zur einstigen Wassermühle, der im 18. Jh. erbauten Marktmühle, dessen großes Mühlenrad im hinteren Hof zu sehen ist. An der Hausecke eine Fresken-Sonnenuhr. Auf der anderen Straßenseite das herrliche Bischofsschloss. Es wurde 1311 erstmalig erwähnt und des öfteren umgebaut. Eine verzierte Fassade mit drei Wappen schmückt das jetzige Hotel “Kastély“. An der “Kroisbacher Madonna“, ein Mahnmal der Vertreibung, war unser geschichtlicher Rundgang zu Ende.
Danach ein erster Abstecher zum See. Erfassen der Entomofauna oder aber Wanderung am Strand von Fertörákos. Letztere als Fußmarsch über eine 5 km lange Asphaltstraße die rechts und links vom hohen Schilf sowie von Wiesenstreifen gesäumt wurde. Am Badestrand Wassertreter zum Ausleihen, eine Anlegestelle für Ausflugsschiffe und viele Surfer auf dem See. Wir stärkten uns mit Fischsuppe und Bier, währenddessen es zu regnen begann.
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Das westliche Ufer des Neusiedler Sees nahe dem Strandbad von Fertörákos
Im Westen des Sees befinden sich ausgedehnte Schilfröhrichtgürtel, die sich in Folge der starken Verlandung gebildet haben und zunehmend größer werden. An die Röhrichtzone grenzen Mähwiesen oder sonstig landwirtschaftlich genutzte Flächen. Im Übergangsbereich sind vereinzelt Weidengebüsche zu finden.
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Beobachtete Vogelarten:
Panurus biarmicus - Bartmeise;
Acrocephalus arundinaceus - Drosselrohrsänger;
Casmerodius albus - Silberreiher;
Ardea purpurea - Purpurreiher;
Ciconia ciconia - Weißstorch;
Circus aeruginosus - Rohrweihe;
Chlidonias niger - Trauerseeschwalbe;
Sterna hirundo - Flussseeschwalbe;
Larus canus - Sturmmöve;
Larus ridibundus - Lachmöve
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Montag, 06.07.1998
Auf dem Programm stand das Kennenlernen des Nationalparks "Neusiedler See - Seewinkel" in Illmitz. Nach einem Vortrag von Herrn Alois Lang im Nationalparkhaus und Informationszentrum wurde das neu errichtete Haus besichtigt sowie der 12 m hohe Aussichtsturm bestiegen. Im Anschluss führte uns ein Begleiter vom WWF hinaus in die Natur, zu den Beobachtungspunkten Zick-Laake, Biologische Station und Hölle.
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Die salzhaltigen Gewässer der Zick-Laake dienen mit ihren Schilf- und Riedbeständen zahlreichen Vogelarten als Rast- und Aufenthaltsraum
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Die Region ist für viele Tier- und Pflanzenarten biogeographischer Grenzraum. Pflanzen aus den Alpen erreichen hier ihre östlichste und diejenigen aus Asien ihre westlichste Verbreitungsgrenze. Hinzu kommt der mediterrane Einfluß, der ebenfalls zu einer großen Artenvielfalt beiträgt. An der Zick-Laake konnten viele Wasservögel beobachtet werden, z. B. Kampfläufer. Interessant auch die Salzvegetation mit Salzkresse, Salzwegerich, Salzhornklee, Strand-Tausendgüldenkraut.
Am Standort Biologische Station dann endlich Gottesanbeterinnen. Auf dem grauen, rissigen Untergrund der großen ausgetrockneten Lacken versuchten vereinzelt Strand-Melde und die Pannonische Sode Fuß zu fassen. Umsäumt war dieses ausgetrocknete Gebiet von grünem Schilf. Ein Salzbodentyp dieses Gebietes, ist das Solonéz. Dem Solonézboden fehlen die Salzausblühungen, da die enthaltenen Salze in ca. 70 cm Tiefe liegen.
Mit den PKW erreichten wir den Oberen Stinkersee im Gebiet Hölle.
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Das Gebiet Illmitz-Hölle
Die Erkundungen in dem Bereich Illmitz-Hölle beschränkten sich im Wesentlichen auf die Zick-Laake, den Oberen Stinkersee und das Gebiet im Umfeld der Biologischen Station. An den trockenfallenden Uferbereichen des Stinkersees konnte die spezielle Vegetation der Sodaschneefelder untersucht werden. Im Bereich der Zick-Laake wurden insbesondere Salzwiesen bzw. Huteweiden erkundet. Im Bereich der Biologischen Station konzentrierten sich die Beobachtungen auf die wegbegleitende Vegetation. Auf überwiegend sandig kiesigem Untergrund waren Halbtrockenrasenreste im Wechsel mit offenen Bereichen und Schilfgebieten zu finden.
Tabelle weiterer nachgewiesener Arten
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Die Vorkommen der Telekie (Telekia speciosa) sind im Soproner Gebirge vielfach auf verwilderte Anpflanzungen zurückzuführen. Auch im Nordharzvorland kommt diese südliche, als Neophyt geltende Art vor.
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Dienstag, 07.07.1998
Eine Exkursion in das Ödenburger (Soproner) Gebirge war vorgesehen. Wir erkundeten Teile des Brennberg- und des Panoramaweges. Bereits direkt am Wegesrand eine auffallende Pflanze. Die gelb blühende Telekie, eine kräftige, bis 2 m hoch werdende Pflanze, die als Anziehungspunkt für zahlreiche Insekten dient.
Uns begegneten große, herrlich bunte Schmetterlinge und unter hohen Bäumen ein Springfrosch in einer feuchten, morastigen Pfütze mitten auf dem Wege. Auf einer neu aufgeforstet sonnigen Lichtung wurden unterschiedlichste Heuschrecken zwischen den kleinen Baumsetzlingen und altem Holz gefunden.
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Die Soproner Berge
Das Gebiet der Soproner Berge gehört pflanzengeografisch vollständig zu den Ostalpen. Charakteri-stisch ist das autochthone Vorkommen verschiedener Nadelgehölze, insbesondere der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestris). Weiterhin kommen Gemeine Fichte (Picea abies) und Lärche (Larix decidua) vor. In der Krautschicht bildet Vaccinium myrtillus oft dichte Bestände. Verbreitet sind auch Torfmoos-moore.
Zu den charakteristischen subalpinen Elementen gehört Alnus viridis, die in Ungarn als Reliktart nur hier im Bereich der Alpenausläufer natürlich vorkommt. Daneben sind große Gebiete mit kalkmeidenden Buchen- und Eichenwäldern bedeckt. Auf den Wiesen und an den Ufern der Bäche sind subalpine Pflanzenarten, wie z. B. Senecio aurantiacus, Hieracium aurantiacum, Trollius europaeus zu finden.
Die Erkundungen konzentrierten sich im Wesentlichen auf Randbereiche entlang des Brennberg-Tales, des Panorama-Weges und des Steinbaches (Köves patak). Höhenlagen von mehr als 400 m wurden nicht erreicht. Als Biotopstrukturen wurden Buchenwaldabschnitte, Feuchtwiesen und forstliche Kahlschläge sowie vegetationsreiche Bachabschnitte untersucht.
Tabelle weiterer nachgewiesener Arten
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Apatura ilia - der zu den Edelfaltern (Nymphalidae) gehörende Kleine Schillerfalter lässt mit seinem schillernden Aussehen an einen exotischen Falter denken
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Mittagspause machten wir im Wald. Immer wieder gab es auf dem Weg etwas zu fotografieren: eine Schrecke, zwei Arten von Schillerfaltern, einen großen Bockkäfer und zahlreiche Blütenpflanzen. Sogar wild wachsende Alpenveilchen.
Über dem Berggipfel ein sich zusammenbrauendes Gewitter. Voller Einsatz trotz feuchten Wetters: Einige Fachgruppenmitglieder fuhren in die Köszeger Berge, das regenreichste Gebiet Ungarns.
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Das Köszeger Gebirge
Ähnlich wie im Soproner Gebirge treffen auch hier Arten der alpinen und pannonischen Flora bzw. Fauna aufeinander. Die Berglandschaft zwischen Velem und Köszeg ist Ungarns regenreichste Region mit 1000 - 1500 mm jährlich. Die Berge sind überwiegend von Buchenwäldern und teilweise Esskastanien bedeckt. In der Strauchschicht sind Salix aurita und Alnus viridis, in der Krautschicht Lycopodium complanatum und zahlreiche Farne wie z. B. Botrichium lunaria, Matteuccia struthiopteris, Blechnum spicant, Polystichum spp. finden.
Zu den schönsten Pflanzenarten der Krautschicht gehört außerdem Gentiana asclepiadea. In der Felsenvegetation erscheinen die ersten endemischen Alpenarten wie Thlaspi goesingense und Thlaspi alpestre ssp. silvestre. Eine weitere Rarität ist das Vorkommen von Lathyrus montanus, die in Ungarn nur hier zu finden ist.
Erwähnenswert sind darüber hinaus geschützte bzw. seltene Arten wie z. B. Gentianella austriaca, Pinguicula vulgaris,Vaccinium oxycoecus, Dianthus superbus ssp. superbus, Crocus albiflorus, Iris sibirica, Goodyera repens, Orchis ustulata, Orchis tridentata, Dactylorhiza maculata, Himantoglossum hircinum,Sesleria varia.
Es gibt zahlreiche Quellen. Die Exkursion beschränkte sich auf das Gebiet im Umkreis der Hörrmann-Quelle in etwa 700 m Höhe. Der Bereich wurde im Wesentlichen von Buchenwäldern und einzelnen Fichtenbeständen geprägt.
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Mittwoch, 08.07.1998
Der Mittwoch stand bis nachmittags 16.00 Uhr zur individuellen Gestaltung zur Verfügung. Ein Teil der Fachgruppenmitglieder nutzte den Tag für erneute Erkundungen im österreichischen Teil des Neusiedler Seegebietes.
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Die Nordgrenze der Alpen-Strauchschrecke Pholidoptera alpina verläuft entlang einer Linie Bodensee - südlich München. Sie ist bis in Höhen von 2000 m zu finden.
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Andere Mitglieder der Fachgruppe fuhren zur "Silberreiherburg", Ungarns Zentralgebäude des Nationalparks und nach Fertöd. Die sogenannte "Silberreiherburg" ist allein schon wegen der besonderen Architektur sehenswert. Im Informationszentrum und den Ausstellungsräumen erhält der Besucher einen ersten Überblick vom Nationalpark. In Fertöd befindet sich das wohl schönste und größte Schloss Ungarns, das Schloss Eszterház, auch ungarisches Versailles genannt. Mit seinem großen Landschaftspark kann es nicht nur besichtigt werden, Teile davon stehen als preiswerte Touristenherberge zur Verfügung.
Nachmittags trafen wir uns zu dem gemeinsamen Ausflug auf dem See. Über Österreichs Gebirge ging ein Gewitter nieder, vom Oberdeck des Schiffes ließ es sich gut beobachten. Vom See aus hat man einen ganz anderen Blick zurück zum hügeligen Land und den Ortschaften, die weit weg, getrennt durch einen breiten Rohrdickichtgürtel, liegen. Auf dem Nachhauseweg noch einige ornithologische Beobachtungen auf den angrenzenden Wiesen - Purpurreiher und Silberreiher waren dort unterwegs.
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Die Trockenrasenhänge bei Winden am See
Die Hänge befinden sich im südöstlichen Randbereich des Leithagebirges. Auf kalkreichem Untergrund kommen überwiegend kontinentale Halbtrockenrasen vor. Teilweise ist der Hang buschig mit Flaumeichen, Schlehen und vereinzelten Hochstauden bewachsen. Auf den Trockenrasen lassen sich zahlreiche pannonische Arten finden. So wurden u.a. Artemisia pontica, Thymius pannonicus, Muscari tenuiflorum, Iris pumila, Allium vineale, Vincetoxicum,Linaria genistifolia, Thesium linophyllum festgestellt.
Weitere Pflanzenarten waren:
Anthyllis vulneraria, Marrubium peregrinum, Muscari spec. (Fruchtstände / verm. M. neglecta o. M. tenuiflora), Quercus pubescens, Scabiosa ochroleuca, Seseli hippomarathrum, Stachys recta, Thymus kosteleckyanus.
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Donnerstag, 09.07.1998
Mit den Autos ging es um 9.20 Uhr zum Nationalpark “Fertö-Hanság“. Am Rande der Gemeinde Sarród befindet sich die "Silberreiherburg". Dort erwarteten uns zwei ungarische Begleiter, die uns zur Mexiko-Puszta begleiteten.
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Herden von Zackelschafen sind typische Erscheinungen im ungarischen Flachland.
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Die Erlaubnis des Direktors des Nationalparks in der Tasche und eine Person zur Führung. Dort sahen wir botanische Besonderheiten wie Kurzkopf-Kratzdistel und Sparrige Gerste. Und immer wieder die Pannonische Salzaster, kurzstielig, verzweigt und blühend. Zwischen Salzpflanzen wurde ein südlich verbreiteter Laufkäfer gefunden. Die sieben Entomologen erklärten sich bereit, den Nationalparkdirektionen später ihre gewonnenen Auswertungen zur Verfügung zu stellen.
Wir fuhren zurück. Ein Halt an einer eingezäunten Rinder- und einer Zackelschafherde. Uns wurde dann noch ein interessanter Beobachtungsplatz für Wasser- und Strandvögel unmittelbar links des Hanság-Kanals gezeigt. Ein Paradies für Ornithologen. Mit Ferngläsern und Asiolen konnten wir Gruppen von Löfflern, Silberreihern, Säbelschnäblern, Limikolen, Seeschwalben, Graugänsen und Enten beobachten.
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Die Mexiko-Puszta bei Fertöújlak
Fährt man vom ungarischen Nationalparkzentrum in Sarród Richtung Fertöújlak erstreckt sich linker Hand der Straße das Schutzgebiet Mexiko-Puszta. Das Gebiet besteht aus Salzsteppen bzw. Salzwiesen (Huteweiden), die teilweise überflutet werden.
Die Pflanzenwelt ist vergleichbar mit der, der berühmten Puszta bei Hortobágy. Es kommen u.a. 4 endemische Arten (Sueda pannonica, Aster sedi-folius, Puccinellia peisonis und Cirsium brachycephalum) vor.
Tabelle weiterer nachgewiesener Arten
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Unscheinbar und daher schwer zu finden, das Berg-Gliedkraut (Sideritis montana). Die heilende Wirkung dieser Pflanze wurde bereits vor Jahrhunderten erkannt: "Gliedkraut gedörret und zu Pulver gestossen - darnach mit Honig vermischet wie ein Pflaster - auf ein Tuch gestrichen und übergeleget - das heilet alle Wunden". Aus dem Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus", Anno 1625.
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Freitag, 10.07.1998
Der letzte Tag in Ungarn. Ein gemeinsames Exkursionsziel stand nicht mehr auf dem Programm.
Der Szarhalmer Wald (szarhalmi erdö) bei Fertörákos
Das 412 ha große Waldgebiet befindet sich am westlichen Rand des Neusiedler Sees auf einem Hügel. Floristisch ist das Schutzgebiet dem Kalksteinzug des Leithagebirges zuzuordnen. Die Vegetation trägt pannonischen, xerothermen Charakter. Es herrschen kalkliebende Karstgebüschwälder mit Eichen (vorwiegend Quercus pubescens) vor.
Auf kleinen Lichtungen sind artenreiche Halbtrocken- bzw. Trockenrasen zu finden. Am Rand des Waldgebietes fließt das kleine Flüsschen Rákos. Das Wasser des Rákos speist zwei künstlich angelegte Seen mit einer breiten Schilf- und Röhrichtzone. Entlang der beiden Seen zieht sich eine 2,2 ha große Moorwiese, die als eiszeitliches Relikt erhalten geblieben ist.
Tabelle weiterer nachgewiesener Arten
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Ein Teil der Fachgruppe erkundete den Waldhügel am Rand von Fertörákos mit dem Naturschutzgebiet „Szarhalmer Wald“.
Einige Teilnehmer unternahmen eine Fahrt um den Neusiedler See.
Bei Pamhagen am Kanal Überquerung der Grenze zu Österreich. Von Apetlon dann in Richtung Frauenkirchen, vorbei an den Lacken. Ziel war eine lehmige Steilwand bei Winden am See, an der es eine Kolonie mit Bienenfressern geben sollte.
Dann der Entschluss, noch nach Rust zu fahren. Rust ist bekannt für die vielen Storchennester im Ort - ein Erlebnis. Bei Oggau konnten die ersten Störche auf den Häusern fotografiert werden.
Beim anschließenden Besuch im Mineral-Museum in Fertörákos konnte Calcit in allen Größen und Farben des ungarischen Landes bestaunt werden.
Der letzte Abend und damit ein gelungener Fachgruppenausflug ging in der Csárda “Zum alten Fischer“ lustig zu Ende.
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