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Der "Kalkberg" bei Westeregeln mit Tongrube und Gipsbruch eine Zusammenfassung von Dietmar Spitzenberg
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Die im Untergrund und zum Teil an der Erdoberfläche anstehenden geologischen Formationen bedingen eine ganz spezifische und an diese Verhältnisse angepasste Pflanzenwelt. D. h. an diesem Ort sind Pflanzen anzutreffen, die sich entsprechend angepasst haben und mit den hier herrschenden Verhältnissen leben können. Diese von der umgebenden Natur abweichende Ausprägung führte bereits vor vielen Jahrzehnten dazu, dass man sich mit der Botanik dieses Gebietes befasste. So forschte beispielsweise vor 150 Jahren der Botaniker Ludwig SCHNEIDER im „Gypsbruch bei Westeregeln“. In seinen Aufzeichnungen sind Arten enthalten, die zu späteren Zeiten als verschollen betrachtet werden müssen, so das Adonisröschen (Adonis vernalis). Bei anderen Arten, wie dem Gewöhnlichen Niederliegenden Ehrenpreis (Veronica prostrata) besteht durchaus noch Hoffnung auf einen Wiederfund. Auch in der letzten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war das Gebiet des "Kalkberges" von botanischem Interesse. Der Botanische Arbeitskreis Nordharz e. V. und insbesondere Herr Prof. Hagen HERDAM führten hier in den 1980er Jahren Erfassungen durch. Eingang fanden die erlangten Ergebnisse bspw. in der "Neuen Flora von Halberstadt - Farn- und Blütenpflanzen des Nordharzes und seines Vorlandes (Sachsen-Anhalt)" (HERDAM 1993) sowie in der in diesem Zeitraum verfassten, aber bislang unveröffentlichten "Flora von Wanzleben" (HERDAM). |
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All diese Besonderheiten des „Kalkberges“, die geologischen, botanischen sowie faunistischen als auch die zeitgeschichtlichen, gaben schließlich den Anlass, sich in der heutigen Zeit nochmals intensiv mit dem Gelände zu befassen. Und so wurde schließlich im Schuljahr 2002 / 2003 ein Schülerprojekt des Egelner Gymnasiums geboren, das die auf dem „Kalkberg“ und den Abbaufeldern vorkommenden Pflanzen nochmals intensiv erfassen und auswerten sollte. Unter der fachlichen Anleitung von Karla Gruschwitz wurden in zeitlich festgelegten Abständen Feldexkursionen durchgeführt. Die aufgefundenen Arten wurden von den Schülern bestimmt und herbarisiert. Das Projekt endete mit einer Sonderausstellung und Präsentation der Ergebnisse im Ausstellungsraum des Ziegeleigebäudes. |
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Bemerkenswerte Nachweise ließen dabei den Elan der 13 Jungen und Mädchen nicht versiegen. So wurden in diesem Gebiet die verschollen geglaubten Arten Katzenminze (Nepeta cataria), Thüringer Malve (Lavanthera thuringica) und Blauer Gauchheil (Anagallis foemina), wiedergefunden. Bei der letzten Exkursion der Fachgruppe im Juli 2003 fanden wir in der südwestlichen Sohle der Tongrube, die im Frühjahr lange überschwemmt gewesen war, ein beeindruckendes Vorkommen des Zierlichen Tausendgüldenkrauts (Centaurium pulchellum) mit gut eintausend Exemplaren. Eine Herbstexkursion brachte erstaunliche Neufunde: Froschbinse (Juncus ranarius), Nickender Löwenzahn (Leontondon saxatiles) und Salzwiesen-Breitwegerich (Plantago winteri). Vom Zierlichen Tausendgüldenkraut blühten immer noch mindestens 100 Exemplare. Die vermutete Salzbunge (Samolus valerandi) wurde leider noch nicht gefunden. Augenscheinlich hatte das Wasser genügend Salz aus dem Ton gelaugt, um das Auftreten dieser schwachen Halophyten auszulösen. Parallel zu diesen botanischen Erhebungen erfolgten durch die Mitglieder der Fachgruppe mehrfach Exkursionen, die eine faunistische Bestandserfassung zum Ziel hatten. Da vor allem in entomologischer Hinsicht noch nie komplexe Aufnahmen erfolgten, wurde 2002 mit der diesbezüglichen Bestandserfassung begonnen, die in den kommenden Jahren weiter fortgesetzt wird. Dank an dieser Stelle dem Verein der Freunde und Förderer der Ziegelei und Gipshütten Westeregeln e. V., die Unterstützung gewährten und das Betreten des Ziegeleigeländes ermöglichten.
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Für die Vogelwelt ist die Ziegelei und seine unmittelbare Umgebung ein Biotop, welches mehrere Lebensräume in sich vereint. Das nachgewiesene Artenspektrum bestätigt dies.
Insgesamt ergeben diese Lebensräume eine artenreiche Zusammensetzung von Brutvogelarten, Nahrungsgästen und Durchzüglern. Die Aufstellung der nachfolgenden Artenliste ist auf Grund der geringen Beobachtungsintensität nicht als vollständig anzusehen. Weitere Arten, auch Brutvögel, sind bei Fortführung der Erfassung mit Sicherheit im Gebiet zu erwarten. Auch hinsichtlich Durchzügler und Gäste dürfte dieses aus mehreren Habitaten bestehende Gebiet in Zukunft noch für Überraschungen sorgen. Die ruhige Lage inmitten der Feldflur bietet sich darüber hinaus auch als Schlafplatz für Schwalben oder Stare an. Z. B. sind am 16.8.2002 vor Einbruch der Dunkelheit ca. 3-5000 Stare die Schilfflächen in der Grube eingefallen um hier die Nacht zu verbringen.
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Abkürzungen: BV = Brutvogel, Bv = Brutverdacht, BP = Brutpaare, NG = Nahrungsgast
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Geradflügler (Orthoptera) Bei den nachstehend aufgelisteten Geradflüglern werden sicher nur noch wenige Arten hinzu kommen.
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Dietmar Spitzenberg |
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