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Tagungsbericht
30 Jahre "FG Faunistik u. Ökologie Staßfurt"
15. und 16. September 2001
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Die am 11. Juli 1971 gegründete "Fachgruppe Faunistik und Ökologie Staßfurt" richtete aus Anlaß ihres 30jährigen Bestehens am 15. und 16. Sept. 2001 in Staßfurt eine Tagung aus, die ihrem Anliegen, interdisziplinär, d.h. faunistisch-ökologisch zu arbeiten, zu denken und zu analysieren, mit einem anspruchsvollen Programm von Vorträgen ausgewiesener Fachspezialisten und einer entsprechenden Exkursion voll gerecht wurde.
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Der Vorsitzende des Staßfurter Kulturbunde, Herr Karl Wächter |
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Im Rahmen der Tagungseröffnung und der Begrüßung der Teilnehmer überreichte der Vorsitzende des Staßfurter Kulturbundes e. V., Herr Karl Wächter ein Bildpräsent an Frau Karla Gruschwitz, Leiterin der Fachgruppe, und dankte damit für die bislang geleistete Arbeit. Der Staßfurter Kulturbund ist während des gesamten Zeitraumes des Bestehens der Fachgruppe das organisatorische Dach.
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Eine Erinnerung zum 30. vom Kulturbund Staßfurt e. V. |
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Dr. Joachim Müller, Magdeburg 30 Jahre Fachgruppe Faunistik und Ökologie Staßfurt - Ein Rückblick |
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Zunächst gab der Gründer der Fachgruppe, Joachim Müller (Magdeburg), einen geschichtlichen Überblick zum Werdegang der Arbeitsgruppe unter den verschiedenen gesellschaftspolitischen Verhältnissen. Dabei wurde das gebliebene Arbeitsprogramm als sinnvolle Kontinuität im Wandel der Zeiten hervorgehoben, wie auch zum 25. Jahrestag im Forum Wissenschaft (Marburg) Bd. 45/1998: 269-280 bereits im Einzelnen dargestellt wurde.
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Dr. Peter Sacher, Abbenrode Halobiont oder halotopobiont - Gedanken zu den ökologischen Ansprüchen der Spinnenfauna des NSG Salzstelle bei Hecklingen |
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Herr Peter Sacher (Abbenrode) griff in seinem Vortrag die Problematik “halobiont” oder “halotopobiont” auf und stellte damit seine Gedanken zu den ökologischen Ansprüchen der Spinnenfauna des NSG Salzstelle bei Hecklingen zur Diskussion. Er legte dar, dass die oftmals strukturbezogenen Einnischungen mancher Arten nichts mit dem Salz direkt als Lebensgrundlage zu tun haben, sondern die Bindung oder Vorliebe über die Biotopstruktur (topobiont) erfolgt und deshalb die Bezeichnung "halotopobiont" irreführend sein kann.
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Dr. Bernd Nicolai, Halberstadt Fressen und gefressen werden - Zur Nahrungsökologie des Hausrotschwanz
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Dem folgte Bernd Nicolai (Halberstadt) mit einem Beitrag zur Nahrungsökologie des Hausrotschwanzes. Mit dieser äußerst interessanten interdisziplinären Problematik ("Fressen und gefressen werden") erläuterte er die Ökologie und Anatomie des Insekten- und Beerenfressers, des Kulturfolgers Hausrotschwanz, z.B. im Zusammenhang mit der zum Vogel korrelierenden Verbreitung des Holunders und des Mastix-Strauches in Europa.
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Dipl.-Biol. Rolf Reinhardt, Mittweida Zum Stand der Entomofauna Saxonica
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Unser, seit vielen Jahren befreundeter Nachbar Rolf Reinhardt (Mittweida) erläuterte daran anschließend den Stand des umfangreichen Projektes "Entomofauna Saxonica".
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Christian Bank, Staßfurt; Dietmar Spitzenberg, Hecklingen Das Naturschutzgebiet Salzstelle bei Hecklingen - Von der Geschichte zur Gegenwart |
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Dem folgte nun der insbesondere Salz-bezogene Vortragsblock. Mit dem Vortrag von Christian Bank (Staßfurt) & Dietmar Spitzenberg (Hecklingen) "Das Naturschutzgebiet Salzstelle bei Hecklingen" wurde dann nicht nur dieses FFH-Gebiet als Binnenlandsalzstelle präsentiert und damit ein historischer Abriß dargestellt, sondern gleichzeitig die noch druckfrische Broschüre von Bank & Spitzenberg (unter Mitarbeit von FG-Mitgliedern): "Die Salzstelle Hecklingen - Darstellung einer der derzeit bedeutendsten Binnenlandsalzstellen in Deutschland", Hrsg. FG Faunistik und Ökologie Staßfurt, 87 S., vorgestellt.
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Im Beitrag von Hans-Ulrich Kison zu den "Halophyten im Staßfurter Raum und ihre Besonderheiten" war von echter Salz-Abhängigkeit (salzgebunden - halobiont oder salzliebend - halophil) auszugehen, wobei diese Verhältnisse mit vielen interessanten Funden eindrucksvoll belegt wurden. Im Gegensatz hierzu setzte sich Peter Sacher in seinem Vortrag vom Vormittag mit dieser in vielen Fällen leichtfertig verallgemeinerten, aber nur vermeintlichen Salzbezogenheit auseinander.
Dr. Hans-Ulrich Kison, Quedlinburg Halophyten im Staßfurter Raum und ihre Besonderheiten
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Dr. Andreas Stark, Halle Salzstellen in Mitteldeutschland und ihre Bedeutung als Refugien halophiler Dipteren abseits der Meeresküsten |
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Andreas Stark (Halle/Saale) erläuterte dann die Salzstellen Mitteldeutschlands dipterologisch und insbesondere am Beispiel des Salzigen Sees ihre Bedeutung als Refugien halophiler Dipteren abseits der Meeresküsten. Neben einigen einleitenden Bemerkungen zum gesellschaftspolitischen Irrweg der jetzigen Zeit - (womit er den gleichgesinnten Zuhörern aus der Seele sprach) - führte er die Zuhörer in die bizarre Welt "seiner halophilen Dipteren".
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Wolfgang Ciupa, Staßfurt; Dr. Peer Hajo Schnitter, Halle Die Salzstellen im Staßfurter Raum - Lebensräume für eine bemerkenswerte Laufkäferfauna |
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Ein weiteres Beispiel für die Salzbezogenheit von Insekten wurde von Wolfgang Cuipa (Staßfurt) und Peer Hajo Schnitter (Halle/Saale) vorgetragen zu halophilen und halobionten Laufkäfern der Salzstellen im Staßfurter Raum. Dabei überraschen immer wieder selbst den Spezialisten die Vielzahl und die Siedlungsdichte dieser Arten hier im Staßfurter Salzland.
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Abschließend zu den salzbezogenen Artvorkommen referierten Dietmar Spitzenberg (Hecklingen) über die Situation der Wasserkäfer und Wolfgang Gruschwitz zur Wanzenfauna von Staßfurt unter Berücksichtigung salzbeeinflußter Lebensräume. Dabei setzten sie sich auch kritisch auseinander mit "halobiont" und/oder "halophil" in ihrer Artengruppe.
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Wolfgang Gruschwitz, Staßfurt Ein Beitrag zur Wanzenfauna von Staßfurt unter Berücksichtigung salzbeeinflusster Lebensräume |
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Dietmar Spitzenberg, Hecklingen Zur Situation der Wasserkäfer in der Salzstelle bei Hecklingen |
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Unter Berücksichtigung der geogenen Grundlagen erläuterte Christian Bank, die Vortragstagung abschließend, logisch aufbereitet und konsequent gefordert seine Gedanken und Anregungen zu den Zielen des Naturschutzes in Binnenlandsalzstellen, als prioritären Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie. Dabei ist keineswegs nur unberührter Schutz des Lebensraumtyps "Salzstelle" zu fordern, sondern vielmehr ein sinnvolles, abgestimmtes nutzungsintegriertes Konzept (mit Mahd, Beweidung und Vertritt) zu realisieren.
Christian Bank, Staßfurt Welchen Schutz brauchen Binnenlandsalzstellen - Gedanken und Anregungen zu den Zielen des Naturschutzes
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Alles in allem veranlaßte die breite Palette von interessanten Darbietungen in gut vorbereiteten Vorträgen ausgewiesener Fachspezialisten fast alle 60 Zuhörer bis zum Tagungsende gegen 18.00 Uhr auszuhalten und auch offensichtlich noch interessiert zuzuhören. Die Tagung war für uns deshalb eine Bestätigung unseres bewußt interdisziplinär ausgerichteten Konzeptes, viele Disziplinen in einer solchen Arbeitsgruppe zu vereinen. - Dies wurde dann auch in der gut besuchten Exkursion am Folgetag bei gutem Exkursionswetter im NSG Salzstelle Hecklingen deutlich (und uns auch ausdrücklich bestätigt). Dort konnten bei rot verfärbter Queller- und abblühender Salzaster-Flur die bestimmenden botanischen Aspekte der Hecklinger Salzstelle und insbesondere ihre Laufkäfer- und Wanzenfauna mit repräsentativen Arten vorgestellt werden.
Joachim Müller, Magdeburg
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Sonntag, d. 16. September 2001
Exkursion zu einer der bedeutendsten Binnenlandsalzstelle
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